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Fortsetzung: Arbuës, Peter, de Epila, span. Inquisitor, geboren um 1441 zu Epila in Aragonien, trat in das Kollegium
auf welchem der Ketzerrichter nach dem Typus von Schillers Großinquisitor dargestellt.
Vgl. Zirngiebl, Peter Arbuës (3. Aufl., München [* 2] 1872).
Von ihm wagt Gams (»Kirchengeschichte von Spanien«) [* 3] zu sagen: »Als ein Heiliger hatte er gelebt, er starb wie ein Heiliger«.
s. Melone. ^[= (Cucumis Melo L., Melonengurke), aus der Gattung Gurke (Cucumis L.), eine einjährige Pflanze ...]
(spr. arböthnott), John, engl. Schriftsteller, geb. 1675 zu Arbuthnot, studierte in Aberdeen [* 4] Medizin und ging dann nach London, [* 5] wo er einige wissenschaftliche Untersuchungen herausgab und 1709 Leibarzt der Königin Anna wurde. Sehr wahrscheinlich hat er den ersten Teil der gegen Marlborough gerichteten »History of John Bull« (Lond. 1712) verfaßt, ein Werk, das ihn in nähere Verbindung mit den Hauptsatirikern seiner Zeit brachte. Mit Pope und Swift vereinigte er sich 1714 zur Herausgabe der satirischen »Memoirs of Martinus Scriblerus«, welche die Stubengelehrsamkeit verspotten.
Nach dem Tode der Königin verfiel er in Schwermut und starb 27. Febr. 1735 in London. Am berühmtesten unter seinen Schriften sind die »Tables of ancient coins, weights and measures« (Lond. 1727; mit Longwiths Verbesserung, 1754). Nach seinem Tod erschien eine Sammlung satirischer Schriften: »Miscellaneous works of the late Dr. Arbuthnot« (Glasg. 1751, 2 Bde.), welche trotz des Widerspruchs seines Sohns ihrem größern und wichtigern Teil nach auf Arbuthnot zurückzuführen sind.
L. (Sandbeere), Gattung aus der Familie der Erikaceen, baum- oder strauchartige, immergrüne Gewächse mit lederartigen, gezahnten Blättern, meist rispenständigen, weißen oder blaßroten Blüten und kugeliger, fleischiger, außen gekörnter, fünffächeriger, vielsamiger Frucht. Sie bewohnen meist die Westküste Nordamerikas. In Südeuropa, nördlich bis Südtirol, auch in Irland, findet sich Arbutus unedo L. (Erdbeerbaum), ein 3–5 m hoher, mitunter auch baumartiger Strauch mit langen, lorbeerähnlichen Blättern, weißen und rötlichen, wachsartig erscheinenden Blüten in hängenden Trauben und runden, warzigen, scharlachfarbenen Früchten, die ein Jahr zur Reife brauchen und gleichzeitig mit Blüten am Baum hängen.
Sie schmecken angenehm säuerlich-süß, sollen aber, in
Menge genossen, berauschend wirken und
Kopfschmerz
verursachen und werden in
Griechenland
[* 6]![]()
und
Italien
[* 7] schon seit alten
Zeiten verschmäht;
Plinius leitet den
Namen unedo ab von
»unum tantum edo« (»nur eine
esse ich«, d. h. wer sie einmal gekostet, dankt für die Zukunft), während Theophrast
und
Varro sie noch ohne Vorbehalt für genießbar erklären und
Nordländer sie wiederholt ohne
Schaden
wie
Erdbeeren, mit denen sie große
Ähnlichkeit haben, gegessen haben. Auch in
Spanien kommen sie in
Menge auf den
Markt. Sie
enthalten so viel
Zucker,
[* 8] daß z. B. in
Griechenland
Branntwein daraus gewonnen wird. Man kultiviert den
Erdbeerbaum auch als
Zierpflanze, doch verlangt er frostfreie
Überwinterung. Arbutus uva ursi, s. Arctostaphylus.
(franz., spr. ark), Bogen; [* 9]
Arc-boutant (spr. arbutang), Strebebogen, Strebepfeiler;
Arc de triomphe, Triumphbogen.
1) reißender Gebirgsfluß im südöstlichen Frankreich (Savoyen), in der Landschaft Maurienne, Nebenfluß der Isère, entspringt am Mont Iseran, bildet einen nach N. geöffneten, die Berge der Tarentaise umschließenden Halbkreis und mündet nach einem Laufe von 150 km Länge bei Chamousset. Sein jetzt infolge Verwüstung der Wälder meist von steilen Felsen und aus Steingeröllen bestehenden Berghängen gebildetes Thal [* 10] ist kalt und rauh; unter der Bevölkerung [* 11] sind Kretins und Kröpfe sehr häufig. Hauptort ist St.-Jean de Maurienne. Das Arcthal ist stets von großer Wichtigkeit gewesen, weil durch dasselbe die Straße, jetzt die Eisenbahn, über den Mont Cenis führt. – 2) Kleiner Küstenfluß im südlichen Frankreich, Departement Rhônemündungen, der in den Etang de Berre mündet, und in dessen Thal Aix liegt.
Jeanne d', s. Jeanne d'Arc. ^[= (spr. schann dark, auch Johanna d'), die Jungfrau von Orléans, die Befreierin ihres Vaterlandes ...]
(spr. -schóng), Ort im franz. Departement Gironde, Arrondissement Bordeaux, [* 12] am gleichnamigen Meerbusen des Atlantischen Ozeans, dem einzigen der an der ganzen Küste von der Adour- bis zur Girondemündung sich erstreckenden, jetzt in Strandseen verwandelten Meerbusen, welcher noch durch einen offenen Kanal [* 13] mit dem Ozean zusammenhängt, steht mit Bordeaux durch Eisenbahn in Verbindung, hat große Austernparke (jährlich 100–200 Mill. Stück Austern), Seefischerei, ein stark besuchtes Seebad (jährlich über 100,000 Badegäste), sehr mildes Klima [* 14] (mittlere Jahrestemperatur 15° C.), zahlreiche Villen der Bordelesen und (1876) 4934 Einw.
Jakob, niederländ. Komponist, geboren gegen Ende des 15. oder zu Anfang des 16. Jahrh., kam um 1536 nach Rom und [* 15] wirkte hier als päpstlicher Sänger bis 1555, wo er mit dem Kardinal von Guise als dessen Kapellmeister nach Paris [* 16] ging.
Hier starb er etwa 1575. Seine Messen, Motetten und Madrigale erscheinen häufig in den während des 16. Jahrh. in Rom, Venedig [* 17] und Paris gedruckten Sammelwerken, woraus sich auf Arcadelts große Beliebtheit bei seinen Zeitgenossen schließen läßt.
Sohn Theodosius' d. Gr., geb. 377 in Spanien, wurde der von seinem Vater angeordneten Teilung des Reichs zufolge 395 Kaiser des oströmischen Reichs, während sein Bruder Honorius das weströmische erhielt. Arcadius entfaltete zwar großartigen orientalischen Pomp, war aber, schwach an Geist, unfähig, zu regieren, und stets ein willenloses Werkzeug in der Hand [* 18] andrer. Anfangs herrschte statt seiner der Gallier Rufinus, dann nach dessen Ermordung der Eunuch Eutropius.
Dieser ward 399 durch den Goten Gainas gestürzt, der aber bei dem Versuch, sich selbst auf den Thron [* 19] zu schwingen, umkam. Hierauf nahm Eudoxia, die Gemahlin des Arcadius, das Ruder des Staats in die Hand. Obwohl unter Arcadius das Reich durch Einfälle der Barbaren und andre Kalamitäten, Erdbeben, [* 20] Hungersnot etc., heimgesucht ward, so ließ er sich dadurch nicht in seiner trägen Ruhe stören. Er starb 1. Mai 408 und hatte seinen minderjährigen Sohn Theodosius II. zum Nachfolger.
Geheimmittel. ^[= (Arcāna), Substanzen, welche als Arzneimittel oder zu technischen Zwecken unter Geheimhaltung ...]
disciplina (lat., »Geheimlehre«),
eine erst im 17. Jahrh. in Gebrauch gekommene Bezeichnung der in der alten Kirche von den heidnischen Mysterien hergenommenen Praxis, Taufe und Abendmahl, Salbung, Glaubensbekenntnis und Herrngebet vor den nicht Getauften geheimzuhalten. Die Entstehung der Sitte hängt zusammen mit der Einführung des Katechumenats als einer Zeit der Prüfung und Vorbereitung der Neubekehrten. Mit Unrecht suchten katholische Theologen im polemisch-apologetischen Interesse die Arcani disciplina als eine Geheimlehre zu deuten, durch welche die unbiblische Tradition bis auf der Apostel Zeit zurückgeführt werden könne.
Vgl. Bonwetsch in der »Zeitschrift für historische Theologie« 1873.
(franz., spr. -ssoh), Bogenkrümmung;
in Form von Kleeblättern verschlungene Linien zur Verzierung von Skulpturen. ¶
Ende Arceau
Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 1. Band: A - Atlantiden, Seite 765; .
http://www.peter-hug.ch/lexikon/01_0765