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| Bast | # eine zunächst unter der Rinde der meisten Pflanzenstengel und -Stämme liegende, einwärts / 878 |
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Fortsetzung: Bassus, Gnostiker im 2. Jahrh., angeblich ein Schüler des Cerinthus und Valentinus,
wahrscheinlich identisch mit Colarbasus. Er leugnete die menschliche Natur Christi und die Auferstehung des Fleisches, verteidigte den Glauben an den Einfluß der Planeten [* 2] auf die Geburt und das Leben der Menschen sowie an die magische Kraft [* 3] des griechischen Alphabets (weil sich Christus das Α und Ω genannt habe).
Bast,
[* 1] eine zunächst unter der
Rinde der meisten Pflanzenstengel und
-Stämme liegende, einwärts durch die zarte Kambiumschicht
von dem
Holz
[* 4] geschiedene, verhältnismäßig dünne
Lage, welche durch
Biegsamkeit,
Zähigkeit und meist ausgeprägt längsfaserige
Textur von den genannten andern Teilen unterschieden ist. – In der
Pflanzenanatomie bedeutet Bast
, abweichend von
dem gewöhnlichen Sprachgebrauch, einen Teil der
Gefäßbündel
[* 5] oder
Fibrovasalstränge, und zwar nimmt in der
Regel der gegen
die Oberfläche der
Pflanze gekehrte Teil des
Gefäßbündels die
Ausbildung des Bastes
an und wird dann Bastteil des
Gefäßbündels
(Phloem) genannt.
* 6 Stengel.
Bei den
Monokotyledonen stehen die
Gefäßbündel einzeln und zerstreut im
Grundgewebe, und es gibt somit
ebenso viele getrennte Bast
teile, welche daher bei diesen
Pflanzen weniger hervortreten. In dem
Stengel
[* 6] der meisten Dikotyledonengewächse
sind dagegen die
Gefäßbündel zwischen
Rinde und
Mark in einem der Oberfläche konzentrischen
Kreis
[* 7] angeordnet und oft zu einer
ringförmigen
Zone verbunden. Hier wird der äußere zusammenhängende Teil dieser
Zone von den Bast
teilen
der einzelnen
Gefäßbündel gebildet und stellt dasjenige
Zellgewebe unter der
Rinde dar, welches gewöhnlich Bast
genannt wird.
Nach dem Gesagten ist der Bast
ein
Zellgewebe, dessen
Zellen, die Bast
zellen, von verschiedener
Beschaffenheit sind und dadurch
die verschiedene
Struktur des Bastes
der einzelnen
Gewächse bedingen. Die Hauptmasse dieses
Gewebes besteht
aus dünn- und zartwandigen, safterfüllten
Zellen, welche fest aneinander schließen, ohne
Intercellulargänge zu bilden.
Diesen Teil bezeichnet man als Weichbast.
Stellenweise finden sich unter den
Zellen desselben dergleichen von größerer Weite:
es sind dies reihenförmig übereinander stehende cylindrische
Zellen, welche sehr dicke, durch zahlreiche
Poren siebartig
durchlöcherte Querwände haben, durch deren Öffnungen der
Inhalt der übereinander stehenden
Zellen kommuniziert.
* 8 Siebröhren.
Man nennt diese
Organe
Gitterzellen oder
Siebröhren
[* 8] (s. d.). Außer den
Siebröhren finden sich im Weichbast
oft noch sehr enge,
verlängerte, ebenfalls dünnwandige
Zellen, die bisweilen die vorherrschende Zellform sind und als kambiform bezeichnet werden.
Der Weichbast ist ein für das
Leben der
Pflanze äußerst wichtiges
Organ, indem sowohl die geschlossenen
Zellen desselben als besonders auch die
Siebröhren den Weg darstellen, auf welchem ein großer Teil der assimilierten
Nahrungsstoffe
aus den Blättern nach allen Teilen der
Pflanze zurückgeführt wird (vgl.
Ernährung der
Pflanze).
* 9 Festigkeit.
Bei den meisten Gewächsen wird der Weichbast von langgestreckten, in einzelne Bündel oder Zonen vereinigten, faserförmigen, zähen und festen Zellen mit äußerst stark verdickten Membranen, den echten Bastfasern [* 1] (Fig. a u. b), begleitet. In der Regel liegen sie auf der Grenze zwischen Weichbast und Rinde. Diese Bastfasern sind entweder die einzigen dieser Art, oder es treten dergleichen auch zonenweise im Weichbast auf, wie bei vielen Holzgewächsen. Sie sind der die Festigkeit [* 9] und Zähigkeit des technisch verwendeten Bastes bedingende Bestandteil; ein Bast, dem diese fehlen, ist nicht brauchbar. Bastfasern, die besonders lang und fest sind, wie dies z. B. unter den Urtikaceen bei der Nessel, beim Hanf, beim Maulbeerbaum, bei der Broussonetia papyrifera, desgleichen unter den Lineen beim Lein etc. der Fall ist, können als Gespinstmaterial dienen. Bei manchen Pflanzen verlaufen im B. auch Milchsaftgefäße, seltener finden sich in demselben Intercellularkanäle, welche Milchsaft führen, wie z. B. beim Sumach (Rhus).
* 10 Webstuhl.
Um den Bast zu gewinnen, trennt man mit Keilen, Beilen oder ähnlichen Werkzeugen die Rinde im Frühjahr von den Stämmen der Bäume und legt erstere 6–8 Wochen lang ins Wasser, worauf sich der Bast von den Rindenstücken leicht ablösen läßt. Im Wasser wird der Bast zugleich so geschmeidig, daß man ihn leicht in bandförmige Streifen zu zerteilen im stande ist. Aus solchen Streifen macht man dann Bastseile sowie die zur Reinigung von Küchengeschirren u. dgl. bestimmten Bastwische, oder man flicht oder webt daraus auf einem sehr einfachen Webstuhl [* 10] Bastmatten oder Bastdecken.
Letztere werden vornehmlich zum Einpacken von Waren, auch zur Bedeckung der Fußböden, zu Wagendecken, Netzen, Sieben, Segeln gebraucht. Sie kommen entweder als besondere Ware einfach, doppelt, ein- und mehrfarbig, glatt u. façonniert oder als Emballage andrer Waren besonders aus Rußland, wo die Verfertigung von Lindenbastmatten (bogòsha) vom Volk schwunghaft betrieben wird, in den Handel. Die leichtern heißen Deckmatten, die schwereren Sackmatten. Am haltbarsten sind die geköperten. Es werden in Rußland jährlich 14 Mill. Stück Matten verfertigt, wozu fast 1 Mill. Lindenbäume gefällt werden müssen, und wovon 3½ Mill. Stück ins Ausland gehen.
In den Gouvernements Wjatka, Kostroma, Kasan [* 11] u. Nishnij Nowgorod wird diese Industrie besonders lebhaft betrieben. Die russischen Bastschuhe werden aus dem Bast einiger Weidenarten verfertigt. Auch in Frankreich und Italien [* 12] ist die Mattenfabrikation im Schwange. In Ostindien [* 13] verarbeitet man den Bast mehrerer Bäume wie Flachs und verspinnt ihn zu verschiedenen feinen Geweben, welche einen seidenähnlichen Glanz haben, auch häufig Seidenfäden enthalten und, gewöhnlich braun oder dunkelgelb von Farbe, unter verschiedenen Namen (Biambonnes, Cherquemolles, Foulas, Foutalonges, Nillas, Pinasses, Romals etc.) in den Handel kommen. Auch Hüte und Papiere werden aus Bast fabriziert; die bekannten sogen. Basthüte aber werden meist aus Streifen von wirklichem Holz (Pappel-, Linden- oder Weidenholz), vornehmlich in Österreich,
[* 1] ^[Abb.: Formen von Bastzellen. a Unverzweigte, b verzweigte Bastzelle.] ¶
Italien und Frankreich, verfertigt. – Bast ist auch der Name eines vierbindig geköperten Baumwollenzeugs mit Einer rechten Seite, auf welcher die feine Kette zu dreivierteln über dem viel gröbern Eintrag flott liegt. Beim halbseidenen Bast besteht der Einschuß aus Baumwolle, [* 15] die Kette aus Seide. [* 16] Über den sogen. Ägyptischen Bast s. Papyrus. – In der Jägersprache heißt Bast die rauhe, wollige Bedeckung des Hirsch- und Rehgehörns, die, sobald dasselbe ausgewachsen und erhärtet (vereckt) ist, durch das »Fegen« abgescheuert wird. Der abgefegte Bast, ein Faserstaub, heißt das Gefege (s. Geweih).
* 22 Katze.
ägypt. Gottheit, von den Griechen mit Artemis [* 17] identifiziert, des Osiris [* 18] und der Isis [* 19] Tochter, Schwester des Horos, [* 20] teilte mit ihrer Mutter das Walten über den Mond, [* 21] so daß diese nur Voll- und abnehmenden Mond behielt. Ihr war als nachtwandelndes Tier die Katze [* 22] heilig. In der nach ihr benannten Stadt Bubastis (s. d.), wo sie einen berühmten Tempel [* 23] hatte, wurde ihr alljährlich ein großes Fest unter den ausgelassensten Lustbarkeiten gefeiert, zu welchem Hunderttausende von Menschen zusammenströmten.
Auch alle toten Katzen [* 24] wurden daselbst beigesetzt. Dargestellt wurde Bast als Säugling mit Horos an der Brust der Isis, oder mit Zepter und Schlüssel hinter ihrer Mutter sitzend, oder als Jungfrau mit Katzenkopf und einer Mondscheibe darüber. Verschieden von ihr ist die löwenköpfige Sechet oder Pacht, die Braut des Ptha, welche die Sonnenscheibe [* 25] mit der Uräusschlange auf dem Haupte trägt und öfters als eine furchtbare solare Gottheit gilt.
[* 1] bei paläontolog.
Namen Abkürzung für P. Basterot (Petrefakten [* 26] von Bordeaux, [* 27] 1825 etc.).
Ende Bast
→Seite 2.436: Basta! =(ital.), es ist genug! genug hiervon! Bastant, ausreichend, tauglich.
Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 2. Band: Atlantis - Blatthornkäfer, Seite 435; .
http://www.peter-hug.ch/lexikon/02_0435?q=Bast
x.
2.436 Bast32.132 Bast_352.478 Bast_42.436 Basta52.478 Basta_32.436 Basta!2.436 Bastanthal2.436 Bastard2.437 Bastardagium2.437 Bastardeibisch2.437 Bastardeisen2.437 Bastardierung2.437 Bastardindigo2.437 Bastardisa2.437 Bastardlorbeer2.437 Bastardnachtigall2.437 Bastardpflanzen2.438 Bastardsafran2.438 Bastardwechsel2.438 Bastarner32.132 Bastart2.438 Bastei22.654 Baster2.438 Bastern2.438 Bastérne2.438 Bastetaner17.99 Basti2.438 Bastia17.99 Bastia_22.438 Bastian19.101 Bastian_22.439 Bastianinseln2.439 Bastiat2.440 Bastide2.440 Bastide-Rouayroux2.440 Bastien-Lepage17.99 Bastien-Lepage_239.35 Bastien-Lepage_32.440 Bastille48.10 Bastille_22.441 Bastion2.441 Bastionärsystem2.441 Bastionierung2.441 Bastit2.441 Bastkohle2.441 Bästling2.441 Bastogne2.441 Bastonnade2.441 Bastos39.35 Bastos_22.441 BastulerSie sind hier: eLexikon > Meyers > Band 2 > Seite 2.435