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Fortsetzung: Bitterling, (Rhodeus Agass.), Fischgattung aus der Ordnung der Edelfische und der Familie der Karpfen (Cyprinoid
Warzen. Beim Weibchen entwickelt sich eine rötliche, bis 5 cm lange Legeröhre, mittels welcher es seine Eier [* 2] in die Kiemen der Flußmuscheln legt, worauf das Männchen die Eier befruchtet. Die Eier entwickeln sich in den Muscheln; [* 3] zu welcher Zeit aber die jungen Fischchen ihre Brutstätten verlassen, ist noch nicht festgestellt. Der Bitterling eignet sich vorzüglich für Aquarien, während sein bitteres Fleisch ungenießbar und nur zum Ködern der Angeln tauglich ist.
s. Anilin, ^[= (Amidobenzol, Phenylamin, Kristallin, Kyanol, Benzidam) C6H7N, eine organische Base, findet ...] S. 592.
ätherisches, findet sich nicht fertig gebildet in der
Natur, entsteht aus
Amygdalin, welches bei Einwirkung
von meist gleichzeitig mit ihm vorkommendem
Emulsin und
Wasser in Bittermandelöl,
Zucker
[* 4]![]()
und
Blausäure zerfällt.
Daher
tritt Bittermandelöl auf, wenn man bittere
Mandeln, Pfirsichkerne etc. zerstößt und mit
Wasser anrührt. Zur
Darstellung des Bittermandelöls
werden entfettete bittere
Mandeln (zerstoßene Preßkuchen von der Bereitung des fetten
Mandelöls) mit
Wasser der
Destillation
[* 5] unterworfen.
Die Ausbeute beträgt 0,6–0,8, aus Pfirsichkernen 0,3–0,4 Proz. Das rohe Bittermandelöl enthält neben Benzaldehyd Cyanwasserstoff und geringe Mengen von Benzoesäure, Benzoin etc.; es bildet eine gelbliche, dünnflüssige, stark lichtbrechende Flüssigkeit, riecht angenehm, etwas betäubend, an Blausäure erinnernd, schmeckt brennend gewürzhaft, spez. Gew. 1,043, löst sich in 30 Teilen Wasser, leicht in Alkohol und Äther, besteht aus Benzaldehyd und oxydiert sich an der Luft schnell zu Benzoesäure.
Rohes Bittermandelöl ist wegen seines Gehalts an Blausäure (2–5 Proz.) sehr giftig; durch Behandeln mit Kalkmilch und Eisenvitriol und Destillation gereinigt, wirkt es wie andre ätherische Öle. Man bereitet es der Steuerverhältnisse halber in den Produktionsländern der Mandeln und benutzt es zu Parfümerien, zu Likören, selten als Arzneimittel. Es kann auch künstlich dargestellt werden (vgl. Benzaldehyd). Als Surrogat dient das sogen. künstliche Bittermandelöl, Mirbanessenz, s. Nitrobenzol.
(Aqua amygdalarum amararum concentrata), pharmazeutisches Präparat, wird durch Abpressen (Entölen) und Pulvern von 12 Teilen bittern Mandeln und Destillieren derselben mit 80 Teilen Wasser und 2 Teilen Spiritus [* 6] bereitet. Das Destillat (etwa 10 Teile) ist trübe, riecht und schmeckt bittermandelartig, enthält Bittermandelöl (Benzaldehyd) und soll in 1000 Teilen 1 Teil Blausäure enthalten. Es dient bei schmerzhaften, von Krämpfen begleiteten Leiden [* 7] des Herzens, bei Lungentuberkulose, Koliken, Veitstanz, Hysterien etc. Eine Mischung mit 19 Teilen Wasser ist als Kirschwasser (Aq. am. am. diluta, Aq. cerasorum, Aq. ceras. amygdalata) offizinell.
(lat. Amāra), bittere vegetabilische Mittel: Wermut, Bitterklee, Pomeranzen, Enzian, Tausendgüldenkraut, Quassia, Kardobenediktenblätter etc., welche einen Bitterstoff enthalten und besonders gegen Schwäche des Magens und Darmkanals etc. gebraucht werden, aber eigentlich keine stärkende Wirkung ausüben, sondern höchstens den Appetit reizen.
s. Schwefelsaure Magnesia. ^[= etc., s. Schwefelsäuresalze.]
s. v. w. Bittererde, ^[= s. v. w. Magnesia.] Magnesia.
s. v. w. Dolomit, ^[= (nach dem franz. Mineralogen Dolomieu, Bitterkalk), Name der Mineralien und Gesteine, welche ...] auch s. v. w. Magnesit.
Bitterstoffe,
früher Bezeichnung aller nicht näher erkannten bitter schmeckenden
Substanzen, welche aus Pflanzenteilen
isoliert worden waren. Jetzt weiß man, daß der bittere
Geschmack der
Pflanzen von einem
Gehalt an
Alkaloiden,
Harzen,
Ölen,
Farbstoffen und eigentümlichen vegetabilischen
Säuren herrühren kann. Die zu diesen
Gruppen nicht gehörigen
bitter schmeckenden, indifferenten,
farblosen, stickstofffreien Pflanzenbestandteile nennt man jetzt im engern
Sinn Bitterstoffe.
Sie
sind gewöhnlich schwer rein darzustellen, wenn dies gelingt, aber kristallisierbar, gewöhnlich in
Wasser schwer, in
Alkohol
leichter löslich und werden von frisch geglühter
Tierkohle leicht absorbiert.
Trennt man dann die
Kohle von der
Flüssigkeit, spült sie mit
Wasser ab und kocht sie mit
Alkohol, so gibt sie den Bitterstoff
an den
Alkohol wieder ab, aus welchem derselbe durch
Kristallisation leicht rein gewonnen werden kann. Über die chemische
Konstitution der Bitterstoffe
weiß man im allgemeinen noch wenig. Viele von ihnen (die
Glykoside) lassen sich durch
Säuren in einen eigentümlichen
Körper und
Zucker spalten. Sie scheinen die
Träger
[* 8] der arzneilichen
Wirkungen der
Pflanzen zu
sein, und manche werden auch arzneilich benutzt. Mehrere Bitterstoffe
sind giftig, wie das
Pikrotoxin aus den
Kockelskörnern, das Antiarin
aus dem
Pfeilgift der Einwohner
Javas, dem
Upas Antiar, etc.
s. v. w. Solanum ^[= L. (Nachtschatten), Gattung aus der Familie der Solanaceen, Kräuter, Sträucher oder kleine ...] Dulcamara.
s. Mineralwässer. ^[= (Mineral- oder Heilquellen, Gesundbrunnen), Quellwässer, welche sich von den gewöhnlichen ...]
Weltersches, s. v. w. Pikrinsäure. ^[= (Trinitrophenol, Pikrinsalpetersäure, Weltersches Bitter, Indigbitter, Kohlenstickstoffsäure, ...]
s. v. w. gelber Enzian, s. Gentiana. ^[= L. (Enzian, Bitterwurz), Gattung aus der Familie der Gentianaceen, einjährige Kräuter oder ...]
(Bußgänge, Betfahrten, Rogationes, Supplicationes), Prozessionen (s. d.), welche teils an bestimmten alljährlich wiederkehrenden Tagen (Bitt-Tagen), teils für außerordentliche Fälle von der katholischen Kirche angeordnet sind.
Die wichtigsten sind: die Prozession oder Litanei am Feste des St. Markus, 25. April (der größere Bittgang), und die drei kleinern an den drei Tagen vor Christi Himmelfahrt.
Dergleichen Bittgänge soll zuerst Mamertus, Bischof von Vienne, in der Mitte des 5. Jahrh. abgehalten haben. Vgl. auch Ackerkulte.
Istvan, ungar. Staatsmann, geb. 1822 zu Sárosfa bei Preßburg, [* 9] studierte hier die Rechte, ward Vizenotar des Wieselburger Komitats, dann Stuhlrichter im Preßburger Komitat, nahm 1848–49 an der ungarischen Erhebung teil und flüchtete 1849 über Orsova ins Ausland, wo er mehrere Jahre im Exil lebte. Von 1861 an Mitglied des Landtags, schloß er sich der Deákpartei an und zeichnete sich weniger als Redner als in den Kommissionssitzungen als tüchtiger, scharfsinniger Arbeiter aus. 1869–72 war er Vizepräsident des Abgeordnetenhauses und 1874–1875 Ministerpräsident. Da er aber den Zerfall der Deákpartei nicht aufzuhalten vermochte, mußte er der neuen liberalen Partei unter Tisza weichen.
(Supplik), schriftliches, an eine hochgestellte Person oder an eine Behörde gerichtetes Gesuch um Gewährung eines Vorteils, auf den der Bittende einen Rechtsanspruch entweder nicht hat, oder wenigstens nicht gerichtlich geltend machen kann oder will. Vgl. Petition.
allgemeine Bezeichnung verschiedener in mehr oder weniger flüssigem Zustand aus der Erde dringender Massen, die sich meist durch einen eigentümlichen brenzligen oder teerartigen Geruch charakterisieren, wie Erdöl, [* 10] Bergteer, Asphalt;
bituminieren, mit Asphalt bestreichen;
bituminös, von Bitumen durchzogen.
Bituminöses Holz, [* 11] s. Braunkohle.
Bituminöser Schiefer, s. v. w. Kupferschiefer, Blätterschiefer, Blätterkohle oder Dysodil etc.
s. v. w. Bogheadkohle. ^[= (spr. bógg-hedd-), Mineral aus der Ordnung der Kohlen, findet sich in ganzen Flözen ...]
(Biturĭges), großes kelt. Volk im aquitanischen Gallien, vor den großen keltischen Wanderungen um 600 v. Chr. der herrschende Stamm in Gallien, der unter Bellovesus zum Teil nach Italien [* 12] auswanderte. Die Zurückgebliebenen zerfielen in zwei Hauptvölkerschaften: Bituriges Cubi, nördlich von ¶
Fortsetzung Bituriger:
Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 2. Band: Atlantis - Blatthornkäfer, Seite 991; .
http://www.peter-hug.ch/lexikon/02_0991?q=Bitterstoffe