Pfad: eLexikon > Meyers > Band 5 > Seite 5.786 | -A. A. A+
Fortsetzung: Erinnyen, (Erinyen, Eumeniden, lat. Furien), die Rachegöttinnen der Alten, die "Zürnenden",
ligtum am Areshügel an der der Akropolis [* 2] zugekehrten Seite; ein andres war der heilige Hain zu Kolonos, in der Nähe der Stadt, bekannt als letzte Zufluchtsstätte des Ödipus. Vorsteher ihres Kultus waren die Areopagiten, wie sich die Auffassung ihres Wesens als Eumeniden oder Semnai (»Ehrwürdige«) bei Äschylos speziell an die Stiftung des Areopags in Athen [* 3] knüpft, welcher Gerichtshof durch mildere Satzungen die vorher herrschende Sitte der Blutrache verdrängte.
Die Opfer, in schwarzen Schafen bestehend, wurden zuweilen des Nachts dargebracht, beim Schein von Fackeln, die dann sowie das Blut der Opfertiere ein im Heiligtum befindlicher Abgrund aufnahm. Auch hatten die Erinnyen [* 4] in Athen ein jährliches Fest, an welchem ihnen Trankopfer von Wein und Honig dargebracht wurden. In Arkadien war Erinnye ein Beiname der Demeter, [* 5] welche sich, als sie von Poseidon [* 6] überfallen wurde, in eine solche verwandelt und das Roß Arion geboren haben sollte.
Die Furien (Dirae deae) der römischen Dichter sind eine Übertragung der griechischen Erinnyen. Sie werden gewöhnlich als quälende Wächterinnen der Verbrecher in die Unterwelt versetzt, erscheinen aber bisweilen auf der Oberwelt, um den Menschen Wahnsinn und Mordgedanken einzuflößen.
Vgl. Böttiger, Furienmaske (Weim. 1801);
O. Müller: Äschylus' Eumeniden (Götting. 1833);
Kuhn in der »Zeitschrift für deutsches Altertum« (Bd. 1, S. 439–470);
Rosenberg, Die Erinnyen (Berl. 1874), welche Schrift auch Zusammenfassendes über die Darstellung der Erinnyen auf den antiken Kunstdenkmälern enthält.
Lindl.
(Wollmispel),
Gattung aus der
Familie der
Rosaceen, Bäumchen in
Indien und
Peru,
[* 7]![]()
mit filzigen
Zweigen,
lederigen, gezahnten Blättern und
Blüten in
Trauben.
Eriobotrya japonica Lindl., ein immergrüner Baum in China [* 8] und Japan, mit weißen, wohlriechenden Blüten und birnförmigen, gelben, wollig-filzigen, saftigen Früchten von der Größe eines kleinen Apfels, die ein angenehmes Obst sind, während die gelind adstringierenden Blätter in China als Arzneimittel gebraucht werden. Man hat versucht, die Wollmispel in England einzuführen; doch machte das Erscheinen der Blüten im Oktober und November große Schwierigkeiten, und in starken Wintern erfror der Baum. In Gewächshäusern hat man aber von bessern Varietäten im März und April sehr schöne Früchte erhalten.
s. Blattwespen. ^[= (Tenthredinidae Leach), Insektenfamilie aus der Ordnung der Hautflügler, Insekten mit ungebrochenen ...]
Decand.
(Wollbaum),
Gattung aus der
Familie der
Malvaceen, der
Gattung
Bombax sehr nahestehend, große
Bäume
in
Ostindien,
[* 9]![]()
Südamerika
[* 10] und
Westindien,
[* 11] mit gefingerten Blättern, großen, weißen oder rötlichen
Blüten
und fünffächerigen
Kapseln
[* 12] mit zahlreichen, von
Wolle umgebenen
Samen.
[* 13]
Eriodendron anfractuosum Dec. (Bombax pentandrum L.), ein 12–20 m hoher Baum Ostindiens und der umliegenden Inseln, mit stachligem Stamm, siebenzähligen Blättern und büscheldoldigen, innen gelblichen Blüten, liefert eine feine, seidenartige, glänzende Samenwolle, die als Kapok oder Pflanzendaune in den Handel kommt und zur Polsterung von Matratzen, Möbeln etc., auch als Watte benutzt wird. 20 kg Pflanzendaune sollen dieselbe Füllfähigkeit haben wie 28–30 kg gute Roßhaare. Geringe Länge, Festigkeit [* 14] und Dauerhaftigkeit verhindern eine ausgedehntere Verwendung dieser Faser. Die kleinen Samen werden in der Heimat roh und geröstet gegessen, sie liefern ein als Speiseöl und zu Seifen verwendbares Öl und als Viehfutter taugliche Preßkuchen.
monokotyle, etwa 300 Arten umfassende, in der warmen Zone einheimische Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Enantioblasten, sumpfbewohnende Stauden mit einer grundständigen Rosette schmaler, linealer Blätter, nacktem Blütenschaft und einem von Hochblättern umhüllten Blütenköpfchen, das ähnlich wie bei den Kompositen [* 15] gebildet ist und hinter Spreublättchen stehende, kleine, zwei- oder dreizählige Blüten enthält.
Vgl. Körnicke, Eriocaulaceae (»Linnaea«, Bd. 27).
s. v. w. Wollmesser. ^[= (Eirometer), Instrument zur Messung der Dicke eines Wollhaars. Von den zahlreichen ...]
Chinchilla. ^[= # (spr. tschintschillja, Hasenmaus Lichtst.), Säugetiergattung aus der Ordnung der Nagetiere ...]
L. (Wollgras), Gattung aus der Familie der Cyperaceen, perennierende, rasig wachsende Riedgräser mit stielrundem oder dreikantigem Halm, zur Blütezeit größtenteils abgestorbenen Grundblättern, gipfelständigen, gewöhnlich schwarzbraunen Blütenähren oder Rispen und schöner, seidenglänzender Samenwolle, auf Torfboden in der nördlichen gemäßigten Zone aller Weltteile.
Eriophorum angustifolium
Roth findet sich hier und da in
Deutschland
[* 16]![]()
in sumpfigen Bergthälern und
Niederungen in
Menge und hat die längste
Wolle.
Kürzer ist diese bei Eriophorum latifolium
Hoppe, welches in ganz
Deutschland auf
nassen
Wiesen wächst. Die
Versuche, die
Wolle der
Wollgräser als
Surrogat der
Baumwolle
[* 17] zu verarbeiten, haben zu keinem günstigen
Resultat geführt; aber zur
Watte liefert sie ein brauchbares
Material sowie auch zu
Dochten.
Gemahlin des Amphiaraos, Mutter des Alkmäon (s. d.). ^[= 1) griech. Heros, Sohn des Amphiaraos und der Bruder des Amphilochos, zu Argos. ...]
coeló fulmén sceptrúmque tyránnis (lat., »Er entriß dem Himmel [* 18] den Blitz und das Zepter den Tyrannen«),
Vers, mit welchem Benj. Franklin bei seiner Aufnahme in die französische Akademie von d' Alembert empfangen wurde;
soll den bekannten Friedrich v. d. Trenck zum Verfasser haben.
Vgl. Hiltl, Des Freiherrn v. d. Trenck letzte Stunden (in der »Gartenlaube« 1863, Nr. 1).
(lat. Discordia),
Göttin der »Zwietracht«, des Kampfes und Streits, Schwester und Begleiterin des Ares [* 19] (oder der Bellona) im Kampf, wo sie, unersättlich in ihrer Blutgier, noch verweilt, wenn alle andern Götter schon die Schlacht verlassen haben. Bei Hesiod ist sie eine Tochter der Nacht und Mutter der Hungersnot, der Schmerzen, der Verbrechen, der Trugreden etc. Bei der Hochzeit des Peleus und der Thetis von allen Göttern allein nicht geladen, schleuderte sie einen goldenen Apfel unter die Gäste, der durch die Aufschrift »Der Schönsten« den Streit zwischen Hera, [* 20] Athene [* 21] und Aphrodite [* 22] veranlaßte. Der Richterspruch des Paris [* 23] führte bekanntlich zum Raub der Helena und dadurch zum Ausbruch des Trojanischen Kriegs. Neben dieser schlimmen gibt es indessen auch eine gute Eris, die Personifikation des Wetteifers.
mihi magnus Apollo (lat., »Du wirst für mich der große Apollo sein«),
Spruch aus Vergils Eklogen, III, 104, angewendet bei Fragen, deren Beantwortung man nicht erwartet.
s. Schwebfliegen. ^[= (Syrphidae Westw.), Insektenfamilie aus der Ordnung der Zweiflügler, meist lebhaft gefärbte, ...]
(griech., vgl. Eris), Streitkunst, Disputierkunst;
daher Eristiker, ein im Disputieren Bewanderter, bei den Griechen Beiname der megarischen Philosophen wegen ihrer Neigung zum und Gewandtheit im Streiten;
eristisch, streitend, streitsüchtig.
Ort in der engl. Grafschaft Kent, an der Themse, 25 km unterhalb der Londonbrücke, hübsch gelegen, mit dem Alfred Institute für alte Matrosen (bei Belvedere), Ziegeleien, Kesselschmieden, ¶
Fortsetzung Erith:
Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 5. Band: Distanzgeschäft - Faidherbe, Seite 786; .
http://www.peter-hug.ch/lexikon/05_0786