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der sehr lange, aus 20 Wirbeln bestehende Schwanz. Das Gefieder ist sehr gut entwickelt und besteht aus Konturfedern und Daunen; auch die Schienbeine waren befiedert, und am Schwanz trug jeder Wirbel ein Paar Steuerfedern, während der Rumpf wohl nur mit Daunen bekleidet war. Von den innern Organen hat sich nichts erhalten. Nach allen bisher bekannt gewordenen Merkmalen haben wir Archaeopteryx für die Stammform der heutigen Flugvögel anzusehen; zugleich ist sein langer Schwanz ein handgreiflicher Beweis für die Abstammung der Vögel [* 1] von den Reptilien (s. Vögel).
Vgl. Dames, Über Archaeopteryx (Berl. 1884).
s. Archeus. ^[= (; griech., "Herrscher"), nach Paracelsus' und van Helmonts theosophischen ...]
* 3 Fischerei.
(Arche Noah, hebr. Theba), Kasten, kastenförmiges Schiff, [* 2] das der biblischen Erzählung nach (vgl. 1. Mos. 6, 14. ff.) von Noah auf Befehl Gottes vor der einbrechenden Sintflut erbaute Schiff, worin es ihm gelang, mit seiner Familie und je sieben Paaren jeder reinen und einem Paar jeder unreinen (d. h. gesetzlich zu essen nicht erlaubten) Tiergattung dem über die Erde verhängten Verderben zu entrinnen. Die Arche war der biblischen Erzählung nach aus Cypressenholz gefertigt, 300 hebr. Ellen lang, 50 breit, 30 hoch, dreistöckig, vielkammerig, von innen und außen verpicht, oben mit einem ellengroßen Fenster, in der Mitte an der Seite mit einer Thür versehen; der Kubikinhalt betrug somit an 3,600,000 Kubikfuß. Ein Mennonit, Peter Jansen, ließ 1609 eine nach der mosaischen Beschreibung gebaute Arche in Nordholland vom Stapel laufen, und Silberschlag (»Geogenie der Heiligen Schrift etc.«, Berl. 1780–83, 3 Bde.) suchte den mathematischen Beweis zu führen, daß die Arche zur Aufnahme aller ihrer Bewohner nebst der nötigen Nahrung etc. recht wohl geeignet gewesen sei. – Arche hieß auch eine alte Art von Flußschiffen, die mit einem platten Boden versehen, vorn spitzig, hinten breit und stumpf waren. Im Wasserbauwesen ist Arche s. v. w. Gerinne, in der Fischerei [* 3] ein an einem Wehr angebrachter Aalfang. Auch der Windkasten der Orgel heißt Arche.
(griech.), das weibliche Geschlechtsorgan der höhern Kryptogamen (s. d. und Moose). [* 4]
s. Labyrinthodonten. ^[= (Wickelzähner), ausgestorbene Ordnung der Amphibien, mit krokodilähnlichen Kiefern und mit ...]
1) Sohn des Herakliden Temenos
2) König von Makedonien 413-399 v. Chr.
3) Berühmter Feldherr Mithridates' d. Gr.
4) Sohn des vorigen, wurde 63 v. Chr. durch Pompejus zum Oberpriester der Göttin Enyo oder Bellona im pontischen
5) Sohn des vorigen, von Antonius um der Reize seiner Mutter Glaphyra willen 34 v. Chr. zum König von Kappadokien
6) Jüd. Ethnarch, Sohn Herodes' d. Gr.
7) Philosoph der ionischen Schule, aus Athen, nach andern aus Milet
* 5 Hand.
1) Sohn des Herakliden Temenos, floh vor seinen Brüdern zum Makedonierkönig Kisseus und stand diesem in einem gefährlichen Krieg bei. Als er jedoch die ihm versprochene Hand [* 5] der Königstochter nebst der Thronfolge verlangte, suchte sich Kisseus seiner zu entledigen. Archelaos aber stürzte den König in eine ihm selbst bereitete Grube mit glühenden Kohlen, floh und gründete auf Apollons Geheiß, von einer Ziege geleitet, die Stadt Ägää; Ahnherr des makedonischen Königshauses.
2) König von Makedonien 413–399 v. Chr., natürlicher Sohn des Königs Perdikkas II., bahnte sich den Weg zum Thron [* 6] durch den Mord des Bruders und des Sohnes des Perdikkas, eroberte 410 das abgefallene Pydna und verpflanzte dessen Einwohner in das Innere des Landes. Makedonien erhielt durch ihn Grenzfestungen, ein besseres Heer und die erste Flotte. Sein Hof, [* 7] den er von Ägä nach Pella verlegte, war der Sammelplatz der berühmtesten Dichter (Euripides, Agathon), Maler (Zeuxis) und Musiker jener Zeit. Archelaos ward 399 durch zwei von ihm beleidigte Günstlinge auf der Jagd ermordet.
* 8 Griechenland.
3) Berühmter Feldherr Mithridates' d. Gr., aus Kappadokien gebürtig, kämpfte zuerst gegen Nikomedes III. von Bithynien, den er 88 v. Chr. am Amneias schlug, und wurde darauf 87 mit 120,000 Mann und einer großen Flotte nach Griechenland [* 8] gesandt, wo er die Athener, Spartaner, Achäer und Böotier gewann, sich im Piräeus festsetzte und denselben gegen den römischen Feldherrn Sulla hartnäckig verteidigte. Als dieser aber 86 das von Aristion verteidigte Athen [* 9] erobert hatte, segelte Archelaos nach Thermopylä und lieferte, nachdem er ein von Norden [* 10] kommendes Heer an sich gezogen, den Römern bei Chäroneia eine Schlacht, die mit seiner Niederlage endete.
Kaum in Chalkis durch 80,000 Mann aus Asien [* 11] unter Dorylaos verstärkt, eilte Archelaos wieder nach Böotien, ward aber 85 von Sulla bei Orchomenos in zweitägiger Schlacht entscheidend geschlagen. Archelaos selbst mußte sich drei Tage in einem Sumpfe verstecken, bis er nach Chalkis entkam. Er schloß darauf im Auftrag des Mithridates mit Sulla zu Delion in Böotien einen Waffenstillstand und vermittelte später den Frieden von Dardanos in Troas. Dem Mithridates verdächtig geworden, floh er 81 zu den Römern. Seine weitern Schicksale sind unbekannt.
4) Sohn des vorigen, wurde 63 v. Chr. durch Pompejus zum Oberpriester der Göttin Enyo oder Bellona im pontischen Komana ernannt, mit welchem Amt königliche Würde verbunden war. Ehrgeizig nach Höherm strebend, vermählte er sich 56 mit Berenike, der Tochter des Königs Ptolemäos Auletes, welche nach Vertreibung ihres Vaters über Ägypten herrschte, und suchte sich auf den ägyptischen Thron zu schwingen, verlor aber schon nach sechs Monaten im Kampf gegen den römischen Prokonsul Archelaos Gabinius, der zur Wiedereinsetzung des Ptolemäos mit einem Heer in Ägypten erschien, Schlacht und Leben.
* 12 Rom.
5) Sohn des vorigen, von Antonius um der Reize seiner Mutter Glaphyra willen 34 v. Chr. zum König von Kappadokien erhoben, stand dem Antonius gegen Oktavian bei, wurde trotzdem von letzteren in seiner Herrschaft gelassen und erhielt später noch Kleinarmenien und einen Teil Kilikiens. Durch Vermählung mit Pythodoris, der Witwe des Königs Polemon von Pontos, wurde Archelaos auch Herrscher dieses Reichs. Tiberius aber lockte ihn nach Rom, [* 12] klagte ihn wegen Neuerungen beim Senat an, und nur der scheinbare Blödsinn des altersschwachen Mannes rettete sein Leben. Als er bald darauf (17 n. Chr.) starb, ward Kappadokien römische Provinz.
6) Jüd. Ethnarch, Sohn Herodes' d. Gr., folgte demselben 4 v. Chr. in der Herrschaft über Judäa. Da er mit Aufständen der Pharisäer zu kämpfen hatte, suchte er Hilfe bei Augustus, der sein Reich zwischen ihm und seinen Brüdern so teilte, daß Archelaos mit dem Titel eines Ethnarchen Judäa, Samaria, Idumäa und den Küstenstrich erhielt, während seine Brüder Antipas und Philipp als Tetrarchen über die andre Hälfte des Herodischen Reichs gesetzt wurden. Nach neun Jahren von seinen Brüdern und dem Volk wegen seiner Tyrannei bei Augustus verklagt, ward er 6 n. Chr. nach Rom citiert, dort abgesetzt und nach Vienna in Gallien verwiesen. Sein Land wurde zur römischen Provinz Syrien geschlagen.
7) Philosoph der ionischen Schule, aus Athen, nach andern aus Milet, Schüler des Anaxagoras, im 5. Jahrh. v. Chr. Eigentümlich ist die von ihm zuerst aufgestellte Ansicht von der Kugelgestalt der Erde, welche er daraus folgerte, daß die Sonne [* 13] nicht für alle Teile der Erde gleichzeitig auf- und untergeht, wie geschehen müßte, wenn sie (wie auch Anaxagoras meinte) platt wäre. Weil sich bei ihm Spuren finden, die auf eine der ionischen Schule sonst fremde Beschäftigung mit der praktischen Philosophie schließen lassen, gilt Archelaos für den Vorläufer des Sokrates, der sich auch unter seinen Zuhörern befunden haben soll. ¶
Ende Archelaos
Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 1. Band: A - Atlantiden, Seite 770; .
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