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ter der Themis von Zeus [* 1] und ihre Namen Eunomia (Gesetzmäßigkeit), Dike (Recht) und Eirene (Friede), Namen, aus denen hervorgeht, daß die Witterungsgottheiten schon eine sittliche Bedeutung erlangt hatten. Die Attiker kannten nur zwei Horen: [* 2] Thallo (Hore des Frühlings) und Karpo (Hore des Herbstes). Hygin führt gar zehn oder elf Horen an, analog den übrigen Mythenbildungen, in welchen das, was früher bloßes Attribut war, später zu besondern Personifikationen erhoben wurde.
Von Dichtern ist
Dike (s. d.) am meisten besungen worden. Die Göttinnen, welche die
Pflanzen des
Frühlings zur
Blüte
[* 3] und Vollendung
führen, ernähren auch die aufblühende
Jugend (daher
Hora auch die Jugendschönheit bezeichnet) und bringen
das
Thun der
Menschen zu einem glücklichen Ende. Sie erscheinen in der
Gesellschaft der
Chariten,
[* 4] schmücken die
Aphrodite
[* 5] bei
deren Ankunft in
Cypern
[* 6] und reichen der
Ariadne den bräutlichen
Kranz dar. Heiligtümer hatten sie in verschiedenen
Städten,
so in
Argos,
Athen,
[* 7]![]()
Korinth
[* 8] etc. Auf
Sarkophagen und
Gemmen
[* 9] finden sie sich als schöne jugendliche Gestalten,
geschmückt mit den Erzeugnissen der verschiedenen
Jahreszeiten,
[* 10] allein oder in
Gesellschaft andrer
Gottheiten, wie der
Grazien,
abgebildet.
Sie erscheinen bald in der Dreizahl (da man den Winter nicht immer mitrechnete), bald zu vier (vgl. die Abbildung). Allein kommt die Frühlingshora mit dem Schurz voll Blumen häufig vor, besonders statuarisch. Bei den Römern ist die Hora Quirini (eine besser beglaubigte Form als Horta) identisch mit Hersilia (s. d.), der zur Göttin gewordenen Gemahlin des Quirinus (Romulus).
Vgl. Krause, Die Musen, [* 11] Grazien, Horen etc. (Halle [* 12] 1871);
Lehrs, Populäre Aufsätze aus dem Altertum (2. Aufl., Leipz. 1875). -
Horen war auch Titel einer von Schiller 1795–97 herausgegebenen Zeitschrift. Über Horen im katholischen Gottesdienst s. Horae canonicae.
s. Gehör. ^[= (Auditus), derjenige Sinn, vermöge dessen wir Töne und Geräusche wahrnehmen. Die Endigungen ...] [* 13]
Bezirkshauptort im schweizer. Kanton [* 14] Zürich, [* 15] am linken Ufer des Zürichsees, von Wein- und Obstbergen umgeben, mit (1880) 5268 Einw., ein Hauptsitz der Züricher Seidenindustrie und eine wichtige Dampfer- und Bahnstation. Am 20. Sept. 1875 wurde die linksuferige Zürichseebahn, Zürich-Glarus, eröffnet;
doch fand schon zwei Tage nach der Eröffnung und 1883 nochmals bei dem Bahnhof Horgen eine bedeutende Ufersenkung statt. 2 km südöstlich liegt der Luftkurort Bocken, 453 m ü. M.
Vgl. Strickler, Geschichte der Gemeinde Horgen etc. (Zür. 1882).
(Nagy-Horgos), Dorf im ungar. Komitat Csongrád, an der Bahnlinie Szegedin-Maria Theresiopel, [* 16] mit (1881) 4192 ungar. Einwohnern.
ehedem das Verhältnis derjenigen Personen (Hörige, Grundholde), die zwar nicht gänzlich unfrei, aber doch durch ihre Stellung als Hintersassen eines Grundherrn, durch ihre bäuerliche Dienst- und Zinspflicht in ihrer Freiheit beschränkt waren. S. Leibeigenschaft.
(griech.), Beschreibung der Grenzen [* 17] eines Landes, Grenzenkunde.
(griech.), Begrenzung eines Begriffs, Begriffsbestimmung, Definition. ^[= (lat.), in der Logik die Angabe des Inhalts eines Begriffs, d. h. sowohl der Merkmale, aus ...]
(tschech. Hořice, spr. horsch-), Stadt in der böhm. Bezirkshauptmannschaft Königgrätz, [* 18] an der Eisenbahn Königgrätz-Wostromierz, mit einem Bezirksgericht, einem Schloß der Invalidenfondsdomäne Horitz, Obst- und Flachsbau, Steinbrüchen, ausgebreiteter mechanischer und Handweberei in Baumwolle, [* 19] Dampfbrettsäge, Dampfmühle, Rübenzuckerfabrik, Bierbrauerei, [* 20] Steinmetzfachschule und (1880) 6017 Einw. Auf dem nahen St. Gotthardsberg Denkmal des Hussitenführers Ziska, der hier 1423 die böhmischen Herren besiegte.
Horizont
[* 21] (v. griech. horizein, »begrenzen«),
der begrenzende
Kreis,
[* 22]
Gesichtskreis, heißt der
Kreis, in welchem sich scheinbar der halbkugelförmige
Himmel
[* 23] und die Erdoberfläche
schneiden, wenn man sich auf offenem
Meer oder in einer weiten
Ebene befindet. Der Standpunkt des Beobachters
bildet den
Mittelpunkt dieses
Kreises. Die Astronomen unterscheiden den scheinbaren und den wahren Horizont;
ersterer ist der
Durchschnitt
der scheinbaren Himmelskugel mit der
Ebene, welche die
Erde im Standpunkt A des Beobachters berührt, letzterer dagegen der
Schnitt einer parallelen, durch den Erdmittelpunkt O gelegten
Ebene mit der Himmelskugel. In
[* 21]
Fig. 1 bedeutet der kleine
Kreis
um O die
Erde, der große die Himmelskugel; der scheinbare Horizont
von A ist daher ein
Kreis mit dem
Durchmesser H¹H¹, der senkrecht
zur Papierebene steht, der wahre Horizont
aber hat
HH als
Durchmesser.
Für einen Himmelskörper M mit merklicher
Parallaxe,
[* 24] wie für den
Mond,
[* 25] ist die auf den wahren Horizont
bezogene
Höhe h größer
als die auf den scheinbaren Horizont
bezügliche h1, welche die
Beobachtung liefert; der Unterschied ist der
Winkel
[* 26] p¹, die sogen.
Höhenparallaxe. Steht ein solcher
Körper für den Beobachter A im (scheinbaren) Horizont
, so ist seine
Höhe
über dem wahren Horizont
noch gleich dem
Winkel H¹OH = p, den man die Horizont
alparallaxe des Himmelskörpers nennt; vgl.
Parallaxe.
Bei
Beobachtung von
Fixsternen sind beide Horizonte
als zusammenfallend zu betrachten. Die
Ebene des Horizonts
heißt die Horizontalebene;
sie steht senkrecht auf der
Richtung der
Schwere, die uns das
Lot, ein ruhendes
Pendel,
[* 27] angibt, und wird
unmittelbar durch die Oberfläche einer ruhenden
Flüssigkeit bezeichnet.
Darin liegt der
Grund für die Verwendung der
Wasserwage
zum Horizontalstellen von
Linien und
Ebenen bei astronomischen und geodätischen Beobachtungsinstrumenten. Zu manchen
Beobachtungen,
insbesondere zur Messung von
Sonnen- und Sternhöhen auf dem
Festland mit dem
Spiegelsextanten, braucht
man eine spiegelnde horizontale
Ebene, einen sogen. künstlichen Horizont, um den scheinbaren
Abstand (Winkelabstand) zwischen der
Sonne
[* 28] oder dem
Stern und dem Spiegelbild messen zu können.
Man kann hierzu eine kleine Wasserfläche von 25–100 qcm in einem flachen, innen geschwärzten Gefäß [* 29] benutzen oder besser eine dünne Quecksilberschicht, auch eine mit Ruß gefärbte Ölschicht. Größer als angegeben nimmt man die Fläche nicht, weil sonst leicht durch Erschütterungen, Winde [* 30] etc. Bewegungen auf ihr entstehen. Der Kreis, in welchem für unsern Blick Himmel und Erde zusammenzustoßen scheinen, fällt indessen niemals streng mit dem scheinbaren Horizont zusammen; er liegt nicht in der Berührungsebene der Erde, sondern in einer ihr parallelen und zwar um so tiefer unter jenem, je höher der Standpunkt des Beobachters ist. In [* 21] Fig. 2 ist O der Mittelpunkt und OA = r der
Fortsetzung Horizont:
Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 8. Band: Hainleite - Iriartea, Seite 718; .
http://www.peter-hug.ch/lexikon/1888_bild/08_0718?q=Horizont