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Franz Leopold Nadeln, geb. 30. Sept. 1708 zu Radkersburg in Steiermark, zeichnete sich als Ge- neral im Österreichischen Erbfolgekriege und im Siebenjährigen Kriege aus und kämpfte glücklich 1742 und 1743 gegen die verbündeten Bayern und Franzosen, dann 1744 am Rhein und 1746 in Ita- lien. 1757 trug er als Feldzeugmeister das meiste zum Siege über Friedrich d. Gr. bei Kolin bei, schlug den preuß. General Winterfeld bei Moys und nahm Schweidnitz ein. Er starb 22. März 1783 in Karlstadt.
Seinen Namen erhielt 1888 das österr. Husarenregiment Nr. 9. Gras Franz Nadeln, geb. I.April 1801, war ein eifriger Anhänger des Bachschen Centralisations- systems und bekleidete von Mai 1857 bis nach Ver- öffentlichung des Oktoberdiploms von 1860 den Posten eines Iustizministers. Seit 7. Okt. 1861 trug er als Leiter der siebenbürg. Hofkanzlei wesentlich dazu bei, daß der siebenbürg. Landtag den Wiener Reichsrat beschickte. Mit dem Antritt des Mini- steriums Velcredi (Juli 1865) trat Nadeln von seinem Posten zurück. Er starb 1. Nov. 1883 in Wien.
Nadaud (spr. -doh), Gustave, franz. Volksdichter und Komponist, geb. 20. Febr. 1820 zu Roubair (Nord), war anfangs in dem kaufmännischen Ge- schäft seines Vaters, zuerst in Roubair, dann in Paris beschäftigt. Seine von ihm selbst komponier- ten Gedichte erschienen in mehrern Sammlungen (Par. 1849 fg.). Er starb 28. April 1893 zu Paris. Nadeln war der Liederdichter der Studenten. Außer- dem verfaßte er auch kleine Operetten (»1^6 äocteur VieuxtempL«, »1^3. vollere«, »?0it6 ett'enetrs« u. a., gesammelt als »Operettes«, 7. Aufl. 1867),
einen Sittenroman »Une iäMe« (1861) und »Nes not68 ä'inürmiei-« (1871). Seine »OkanLouL« erschienen 1879–80 in 3 Bänden, die »Nouvsiieä 0K9.N80Q8 ^ äii6 011 k okanter« 1889 (2. Aufl. 1892). Nadel, s. Nadeln. Nadelarbeit, kalte, s. Kupferstechkunst. Nadelbank, s. Agulhas. Nadeleisen, Mineral, s. Goethit. Nadelfische, s. Seenadeln. Nadelgelder, auch Spielgelder oder Spill- gelder, ursprünglich Gaben, welche der Ehemann der Ehefrau an barem Gelde zur Verfügung über- giebt.
Ihr Zweck ist, zur Beschaffung von Gegen- ständen zu dienen, welche ausschließlich zum Ge- brauche, Vorteil oder Vergnügen der Frau bestimmt sind. Der Betrag pflegt in den Eheverträgen der regierenden Familien und des hohen Adels genau bestimmt zu werden, übertragen wird das Wort auch von Geldgaben gebraucht, welche in reichen Familien der Vater der verheirateten Tochter ver- spricht oder gewährt. In einzelnen Hausgesetzen regierender Familien haben Nadeln noch eine andere Be- deutung ; sie bezeichnen eine gewisse Rente, die einer ledigen Tochter des Souveräns, auch wohl eines Thronfolgers, falls sie volljährig ist, bis zu ihrer Verheiratung alljährlich von dem Staate oder aus dem Hausvermögen gezahlt wird.
Nadelarund, s. Spitzen. Nadelhölzer
, Koniferen oder Zapfenträ- ger, eine Familie der Gymnospermen
(s. d.), etwa 340
Arten vorzugsweise in den gemäßigten Zonen. Die
Blüten sind kätzchen- oder knospenförmig; die männlichen
fallen nach dem Verstäuben ab, die weib- lichen gestalten sich nach der
Befruchtung zu
holzi- gen
Zapfen
oder zu fleischigen oder harten Schein- beeren, Veerenzapfen. Die Geschlechter sind stets
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XII. völlig getrennt, meist ein- (z. B.
Abietineen), selte- ner zweihäusig (z. B. 'laxuä).
Der Samen hat eine holzige oder lederartige Schale, die häufig in einen häutigen Flügel verlängert ist. Der Keimling zeigt zwei, häusig mehrere (bis 15) quirlständige Kotyle- donen, die anfangs über dem Knospchen kuppel- artdg zusammenschließen und nach der Keimung sich sternförmig ausbreiten (f. nachstehende Abbildung: a Längsschnitt durch einen Keimling, d Keimling mit Würzelchen und geschlossenen Kotyledonen, e der- selbe durchschnitten, ä Keimling mit sich ausbrei- tenden Kotyledonen).
Die Nadeln haben nadel- oder schuppenformige, selten breite Blätter und sind immergrüne, seltener nur sommcrgrüne Bäume. Je nach der Ausbildung der weiblichen Blüten und Zapfen unterscheidet man mehrere Abteilun- gen:
1) Taxin een (^axi- N6Ä6), bei denen überhaupt keine Zapfenbildung eintritt, sondern einzeln stehende, bee-, renartige Früchte vorhanden j sind;
2) Cupressineen (Oi- pi-638in6H6), bei denen die Schuppen der Zapfen sowohl wie die Laubblätter in Quir- len angeordnet sind;
3) Taxo – dineen ^laxodink^e), die Zapfenschuppen sind spiralig angeordnet, die Samenknos- pen aufrecht, d. h. mit der Mikropyle der Schuppenspitze umgekehrt;
4) Abietineen l^di6tin6ll6), Anordnung der Zapfenschuppen gleichfalls spi- ralig, aber mit umgewendeten Samenknospen, so daß die Mitropyle der Schuppenbasis zugekehrt ist;
5) Araucarieen (^.rauc^i-ie^),
Blüten zweihäusig, die Zapfenschuppen spiralig an- geordnet, aber einer jeden derselben sitzt
meist nur eine Samenknospe auf, während bei den
Abietineen in der Regel zwei vorhanden sind. Hierzu die Ta-
feln: Nadelhölzer.
WaldbäumeVIIundVIII; zur Erklärung s. die
Artikel Fichte, Tanne, Lärche, Kiefer. –
Vgl. Beißner, Handbuch der Nadelholz- kunde (Berl. 1891).
Nadelholzwickler ('lortrix picnanI. ^,.), ein 25 mm klafternder Wickler, hat gelbbraune, an der Spitze fchwarzbraune Vorderflügel, vor der Mitte mit bläulichgrauem Fleck. Die braune Raupe lebt im Mai und Juni zwifchen zusammengesponnenen Nadeln der Kiefern und Fichten. Der 18 mm klaf- ternde graue Harzgallen Wickler (IlLtinia r68i- H6II3. ^.) wird wohl auch als Nadeln bezeichnet. Nadeljoch, s. Dom (Berggipfel). Nadelkap, s. Agulhas. ^S. 1005 d). Nadelklopfer, s. Elektrische Telegraphen (Bd. 5, Nadeln, die Benennung zahlreicher Arten von Drahtfabrikaten, deren charakteristische Unterschiede durch die Ausbildung der beiderseitigen Enden zu verschieden geformten Spitzen, Haken oder Ohren bedingt sind. Die wichtigsten derselben dienen ent- weder zum direkten Festhalten von Stoffen oder zur mechan. Vereinigung solcher mittels Fäden. Zu denerstern gehören die Stecknadeln samt den Vor- steck-, Tuch-, Hut-, Haar-, Sicherheits- und Dressier- nadeln, zu den letztern die Nähnadeln ein- schließlich der Stick- und Stopfnadeln, sowie die Schnür-, Pack-, Tapezier-, Strick-, Häkel-, Filet- 10 ¶
Fortsetzung Nadeln:
Brockhaus´ Konversationslexikon, 1902-1910; Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896; 12. Band: Morea - Perücke, Seite 145 unkorrigiert [www = 62.147]; .
http://www.peter-hug.ch/lexikon/1888_bild/62_0147?q=Nadelhölzer