| 13 Artikel | Textanfang / Anzahl Wörter |
|---|---|
| Bitschuanen | Bantustamm, s. Betschuanen. / 4 |
| Bitschweiler | Dorf im Kreis und Kanton Thann des Bezirks Oberelsaß, 3 km nordwestlich von Thann, an der / 48 |
| Bitter, Weltersches | s. Pikrinsäure. / 4 |
| Bitter | Karl Hermann, preuß. Staatsmann, wurde 27. Febr. 1813 zu Schwedt a. O. geboren, studierte / 327 |
| Bittererde | s. Magnesia. / 3 |
| Bitterfeld | 1) Kreis im preuß. Reg.-Bez. Merseburg, hat 696,22 qkm, (1890) 57 145 (28 481 männl., 28 / 171 |
| Bitterholz | Arzneimittel, s. Quassia. / 4 |
| Bitterkalk | s. Dolomit. / 3 |
| Bitterklee | s. Dolomit. / 3 |
| Bitterkleesalz | eine irrtümliche und wegen der leichten Verwechselung des Namens mit Bittersalz (s. d. / 42 |
| Bitterkresse | s. Cardamine. / 3 |
| Bitterling | (Rhodeus amurus B.), ein kleiner, bis 10 cm lang werdender, zu der Familie der Karpfen gehöriger / 121 |
| Bittermandelöl | Benzaldehyd, der einfachste Aldehyd der aromatischen Reihe: C6H5.CHO. Es ist ein Zersetzungsprod / 237 |
Seite 53.62
Fortsetzung: Bismarck, # oder Bismark (wie einzelne Zweige schreiben), altmärkisches Adelsgeschlecht, das seinen Namen
gegeben, und nur die Bergcitadelle als solche mit einer Friedensbesatzung beibehalten worden. Ein Überfall, den 16. Nov. 1793 Oberst von Wartensleben mit 1600 Preußen [* 2] im Einverständnis mit einem Ingenieuroffizier der Besatzung unternahm, schlug noch im letzten Augenblick fehl. Vom 11. Juli bis 30. Aug. 1815 wurde Bismarck von den Preußen unter General Krauseneck blockiert. Während des Krieges 1870–71 war Bismarck dem Vormarsche der deutschen Truppen vielfach hinderlich und blieb, nach vergeblicher Beschießung (8. und 23. Aug. und 11. bis 14. Sept. 1870), fortwährend eingeschlossen. Erst 3 Wochen nach Abschluß der Friedenspräliminarien (24. März 1871) wurde sie als die letzte blockierte franz. Festung [* 3] und der letzte französisch gebliebene Punkt Elsaß-Lothringens den Deutschen übergeben. –
Vgl. Irle, Die Festung Bismarck (Straßb. 1887).
Bantustamm, s. Betschuanen.
* 4 Kreis.
Dorf im Kreis [* 4] und Kanton [* 5] Thann des Bezirks Oberelsaß, 3 km nordwestlich von Thann, an der Thur, im St. Amarinthale, an der Linie Mülhausen-Wesserling der Elsaß-Lothring.
Eisenbahnen, 1815 noch ein kleines Dorf, hatte 1875: 2571, 1890: 2191 meist kath. E., Post, Telegraph, [* 6] Maschinenfabrik, Baumwollweberei und eine Sägemühle.
* 14 Nancy.
Karl Hermann, preuß. Staatsmann, wurde 27. Febr. 1813 zu Schwedt [* 7] a. O. geboren, studierte in Berlin [* 8] und Bonn [* 9] Jura und Cameralia, wurde 1846 Regierungsrat zuerst in Frankfurt [* 10] a. O., später in Minden, [* 11] und gehörte 1856–60 als preuß. Bevollmächtigter der Europäischen Donaukommission in Galatz an. 1860 wurde er als Oberinspektor der Rheinschiffahrt nach Mannheim [* 12] berufen und 1869 zum Oberregierungsrat für die Finanzabteilung in Posen [* 13] ernannt. Während des Deutsch-Französischen Krieges bekleidete er zunächst die Präfektur des Depart. Vosges und ging dann als Civilkommissar nach Nancy. [* 14]
Nach dem Friedensschluß wurde er als Regierungspräsident 1872 nach Schleswig, [* 15] 1876 nach Düsseldorf [* 16] versetzt; 1877 trat er als Unterstaatssekretär in das Ministerium des Innern und im Juli 1879 als Finanzminister und Mitglied des Bundesrats an Hobrechts Stelle. Als Hauptaufgabe seiner ministeriellen Thätigkeit betrachtete er die weitere Durchführung des mit der Zollgesetzgebung von 1879 eingeleiteten Bismarckschen Steuerreformplans, insbesondere die Stärkung der indirekten Einnahmen des Reichs durch die Einführung des Tabakmonopols sowie durch Erhöhung der Einnahmen aus dem Spiritus [* 17] und aus der Braumalzsteuer. Er bewirkte die Einführung der Börsensteuer und den Abschluß des Vertrags mit der Stadt Hamburg [* 18] wegen des Eintritts der letztern in das deutsche Zollgebiet, nahm an der Verstaatlichung der großen Privatbahnen [* 19] in Preußen thätigen Anteil und stellte das Gleichgewicht [* 20] in den Einnahmen und Ausgaben des preuß. Staates wieder her.
Differenzen mit Bismarck waren die Ursache, daß er im Juni 1882 seine Entlassung nahm. 1879–82 war Bitter Vertreter des Wahlkreises Kreuznach-Simmern im preuß. Abgeordnetenhause. Er starb 12. Sept. 1885 in Berlin. Seine schriftstellerischen Arbeiten auf musikalischem Gebiete erfreuen sich einer wohlverdienten Anerkennung. Die bedeutendsten derselben sind: »Joh. Sebastian Bach« (2 Bde., Berl. 1865; 2. Aufl., 4 Bde., 1881),
»Mozarts Don Juan und Glucks Iphigenia in Tauris« (ebd. 1866),
»Karl Philipp Emanuel und Wilhelm Friedrich Bach und deren Brüder« (2 Bde., ebd. 1868),
»über Gervinus' Händel und Shakespeare« (ebd. 1869) und »Beiträge zur Geschichte des Oratoriums« (ebd. 1872). Seine »Gesammelten Schriften« erschienen 1885 (Lpz.). Während seines Aufenthaltes in Schleswig begründete er die Schleswig-Holsteinischen Musikfeste.
s. Magnesia.
1) Kreis im preuß. Reg.-Bez. Merseburg, hat 696,22 qkm
[* 1]
* 21 Merseburg.
1) Kreis im preuß. Reg.-Bez. Merseburg, [* 21] hat 696,22 qkm, (1890) 57 145 (28 481 männl., 28 664 weibl.) E., 5 Städte, 85 Landgemeinden und 47 Gutsbezirke. – 2) Kreisstadt im Kreis Bitterfeld, an der Mulde, in die hier der Lober mündet, und an den Linien Berlin-Halle, Bitterfeld-Leipzig (31,30 km), Roßlau-Bitterfeld (30,50 km) und Bitterfeld-Stumsdorf (im Bau) der Preuß. Staatsbahnen, Sitz des Landratsamtes, eines Amtsgerichts (Landgericht Halle), [* 22] Zoll- und Steueramtes, hat (1890) 9047 E., darunter 640 Katholiken und 16 Israeliten, Post erster Klasse, Telegraph, Mittelschule, Vorschußverein.
Seit Eröffnung der Eisenbahn hat sich in und um Bitterfeld eine lebhafte Industrie entwickelt. Außer Töpferei bestehen 2 Eisengießereien, 2 Maschinenbauwerkstätten, 5 Thonröhren- und Schamottefabriken sowie je 1 Fabrik für Graupen, Schmieröl, Holznägel, Feuerspritzen, [* 23] Dachpappe, Teer, Pappe; ferner 10 Braunkohlengruben, 7 Briquettesfabriken, 13 Ziegeleien, 2 große Wassermühlen, 1 Dampfschneidemühle und wöchentlicher Getreidemarkt. – Die Stadt verdankt ihren Ursprung einer Kolonie aus Flandern, die sich 1153 hier niederließ, wurde 1476 vom Landgrafen Dietrich von Meißen [* 24] erobert, gehörte dann zu Sachsen [* 25] und fiel 1815 an Preußen.
^[Abb.]
Arzneimittel, s. Quassia.
s. Dolomit.
s. Dolomit.
eine irrtümliche und wegen der leichten Verwechselung des Namens mit Bittersalz (s. d.) höchst gefährliche Bezeichnung des giftig wirkenden Sauerkleesalzes (oralsaures Kalium, s. Oxalsaure Salze).
Infolge solcher Verwechselungen ist das sog. Bitterkleesalz schon oft anstatt Bittersalz eingenommen worden und hat Vergiftung bewirkt.
s. Cardamine.
(Rhodeus amurus Bitterling), ein kleiner, bis 10 cm lang werdender, zu der Familie der Karpfen gehöriger Fisch der süßen Gewässer Mitteleuropas, der sich durch seine gedrungene Gestalt, ganz besonders aber durch seine seltsame Fortpflanzung auszeichnet. Das Weibchen bekommt nämlich eine fleischige Legeröhre, welche die Länge des Körpers erreicht, und die sich zur Zeit der Eiablage entwickelt. Mittels dieser Legeröhre bringt es seine großen, 3 mm messenden Eier [* 26] in die Kiemenfächer der Flußmuscheln (Unio), in welchen sich dieselben entwickeln. Das Männchen mit prächtigem Hochzeitskleide gewöhnt, wie Beobachtungen in Aquarien lehren, die Muscheln [* 27] durch häufiges Anstoßen mit dem Maule an den anfangs ungewohnten Reiz, sodaß diese die Schalen nicht mehr schließen, wenn das Weibchen die Legeröhre einbringt. Das Fleisch sckmeckt sehr bitter.
Benzaldehyd, der einfachste Aldehyd der aromatischen Reihe: C6H5.CHO ^[C6H5.CHO]. Es ¶
ist ein Zersetzungsprodukt des Amygdalins (s. d.), eines Glykosides, das besonders in bittern Mandeln und andern Fruchtkernen vorkommt, und entsteht aus demselben neben Zucker [* 29] und Blausäure durch die Einwirkung des Emulsins, eines Ferments, das sich ebenfalls in den Mandeln findet, oder durch die Einwirkung von Säuren. Fabrikmäßig wird es gegenwärtig aus Benzylchlorid durch Kochen mit Wasser und Bleinitrat dargestellt. Dieses letztere Präparat ist stets chlorhaltig; zur Reinigung wird es mit einer Lösung von Natriumbisulfit geschüttelt, wobei sich die krystallisierte Natriumbisulfitverbindung des Bittermandelöl abscheidet.
Dieselbe wird auf dem Filter gesammelt und das Bittermandelöl durch Säuren daraus wieder in reinem Zustande abgeschieden. Das offizinelle Bittermandelöl aus Amygdalin enthält Blausäure und ist daher giftig. Durch Schütteln mit etwas Kalk und Eisenchlorürlösung kann es von der Blausäure befreit werden. Das Bittermandelöl ist eine farblose stark lichtbrechende Flüssigkeit, von charakteristischem angenehmen Geruch, spec. Gewicht 1,045 bis 1,06 bei 15° C., siedet bei 179°, löst sich schwer in Wasser, leicht in Alkohol und Äther.
Schon an der Luft verwandelt es sich durch Oxydation allmählich in Benzoesäure. Das Bittermandelöl ist ein sehr reaktionsfähiger Körper und dient zur Darstellung von Benzoesäure, Zimmetsäure, Malachitgrün und andern Farbstoffen. In der Parfümerie ist es, soweit die Fabrikation der billigen Mandelseifen in Frage kommt, fast völlig von dem ähnlich riechenden Nitrobenzol (s. d.) verdrängt worden. Das offizinelle Bittermandelöl kostet etwa 40 M. das Kilogramm, das künstliche 5 M. das Kilogramm.
Ende Bittermandelöl
Weiter zu Seite 53.63: Bittermandelölgrün = s. Malachitgrün.
Brockhaus´ Konversationslexikon, 1902-1910; Autorenkollektiv, F. A. Brockhaus in Leipzig, Berlin und Wien, 14. Auflage, 1894-1896; 3. Band: Bill - Catulus, Seite 60 [www = 53.62]; .
http://www.peter-hug.ch/lexikon/53_0062
33.13 Bitten2.990 Bitter33.13 Bitter_22.991 Bitter, Weltersches2.990 Bitterdistel2.990 Bittererde2.990 Bitteresche2.990 Bitterfeld2.990 Bitterholzbaum2.990 Bitterkalk2.990 Bitterkeit2.990 Bitterklee21.52 Bitterklee_22.990 Bitterkleesalz2.990 Bitterkresse2.990 Bitterlich2.990 Bitterling2.991 Bittermandelgrün2.991 Bittermandelöl21.52 Bittermandelöl_253.63 Bittermandelölgrün2.991 Bittermandelwasser53.63 Bittermandelwasser_22.991 Bittermittel53.63 Bittermittel_22.991 Bittersalz21.53 Bittersalz_253.63 Bittersalz_32.991 Bittersalzerde53.63 Bitterseen2.991 Bitterspat53.63 Bitterspat_253.63 Bitterstoff2.991 Bitterstoffe2.991 Bittersü53.63 Bittersü_221.53 Bittersüss2.991 Bitterwässer53.63 Bitterwässer_22.991 BitterwurzelSie sind hier: Lexikon '88 > Brockhaus > Band 53 > Seite 53.62