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| Dei | (Dey, arab., v. Daju, "Prätendent"), von 1600 bis 1830 das Oberhaupt der den Raubstaat / 281 |
Dei
(Dey, arab., v. Daju, »Prätendent«),
von 1600 bis 1830 das Oberhaupt der den Raubstaat
Algerien
[* 2] (s. d.) beherrschenden Janitscharenmiliz. Neben diesem besorgte
anfangs noch ein von der
Pforte ernannter
Pascha die eigentliche
Regierung des
Landes; seit 1710 ward jedoch
kein besonderer
Pascha mehr ernannt, sondern diese
Würde dem jedesmaligen Dei
, der von der
Pforte bestätigt werden mußte,
erteilt. Der Dei
selbst nannte sich
Wali
(Statthalter),
Beglerbeg
(Fürst der
Fürsten) und
Seraskier (Oberbefehlshaber).
* 3 Thron.
Die Deis
wurden durch die
Wahl der Janitscharenmiliz zu
Algier ernannt, bei der es sehr tumultuarisch herging.
Wenn die
Minorität sich nicht unterwerfen wollte, so kam es oft zum Blutvergießen, und nicht selten wurde der Gewählte
bald wieder von der Gegenpartei ermordet. Der Neugewählte mußte, wenn ihm sein
Leben lieb war, die
Würde annehmen. Man
setzte ihn auf den
Thron,
[* 3] bekleidete ihn mit dem Ehrenkaftan, worauf er den
Eid leisten und vorzüglich beschwören mußte,
für die regelmäßige Bezahlung der
Janitscharen zu sorgen.
Ein solcher Regierungswechsel war gewöhnlich mit vielen
Hinrichtungen verbunden. Die
Regierungen der Deis
waren selten von
langer Dauer, und die meisten starben keines natürlichen
Todes. Denn während der Dei
einerseits durch
kein
Gesetz am grausamsten
Despotismus gehindert war, so war er doch anderseits der Sklave seiner
Janitscharen, in deren
Willen
er sich fügen mußte, und die in ruhigen
Zeiten durch einen ihm zur Seite stehenden
Diwan, außerdem aber durch
Aufruhr und
Mord seine Macht beschränkten. Nach der gewöhnlichsten Meinung heißt Dei
(eigentlich Dai)
Oheim von mütterlicher Seite; die
Türken betrachteten nämlich den
Großherrn als ihren
Vater, den
Staat
Algerien als ihre
Mutter
und den Dei
als
Bruder des letztern. Auch die
Regenten von
Tunis und
Tripolis, die eigentlich Bei heißen, werden von den
Europäern häufig Dei
genannt.
Ende Dei
Ergänzungen aus Duden, Volltext Suche, Kontext und Quellen.
Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 4. Band: China - Distanz, Seite 620; .
http://www.peter-hug.ch/lexikon/dei
4.622 Deïgratia
4.620 Deïaneira41.614 DEIBÜHL4.620 Deich41.614 DEICHSELBACH4.622 Deichselrecht4.622 Deidesheim17.216 Deidesheim_24.622 Deidesheimer4.622 Deïfizieren4.622 Deiker39.135 Deiker_24.622 Deime4.622 Deimos4.622 Deinárchos4.623 Deinhardstein4.623 Deinheiro41.614 DEINIKON39.136 Deinninger4.623 Deinokrates4.623 Deinos4.623 Deïokes4.623 Deïphobe4.623 Deïphobos4.623 Deïphontes54.885 Deïphóntes4.623 Deipnon54.885 Deipnon_24.623 Deipnosophisten54.885 Deïpyle54.885 Deïpylos54.885 Deir4.623 Deïr el Kamar54.885 Deir el-Kamr54.885 Deisidämonie4.623 Deïsmus54.885 Deïsmus_24.624 Deisselberg54.885 Deisselberg_241.615 DEISSWIL99.406 Deisswil4.624 Deïsten54.885 Deïsten_24.624 Deister54.885 Deister_254.885 Deister-Leinebahn4.624 Deistersandstein54.885 Deistersandstein_24.624 Deïtät54.885 Deïtät_218.199 Deiters39.136 Deiters_254.885 Deiters_341.615 DEITINGEN99.423 DeitingenSie sind hier: Lexikon '88 > Meyers > Band 4 > Seite 4.620 > Dei