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| Gay-Lussac | (spr. ghē-lüssack), Joseph Louis, Chemiker und Physiker, geb. 6. Dez. 1778 zu St.-Léonard / 353 |
Gay-
Lussac
(spr. ghē-lüssack), Joseph Louis, Chemiker und Physiker, geb. 6. Dez. 1778 zu St.-Léonard (Obervienne), machte seine Studien zu Paris [* 2] in der polytechnischen Schule, ward 1801 Elève-ingenieur an der École nationale des ponts et des chaussées und erwarb sich bald durch seine chemischen und physikalischen Arbeiten einen Namen. 1804 und 1805 unternahm er mit Biot mehrere Luftfahrten, um magnetisch-elektrische und thermometrische Beobachtungen anzustellen. 1808 ward er Professor der Physik an der Sorbonne, 1809 Professor der Chemie an der polytechnischen Schule, und 1832 übernahm er auch die Professur der Chemie am Jardin des plantes.
Daneben war er seit 1805
Membre du comité consultatif des arts et des manufactures, seit 1818
Membre du
conseil de perfectionnement des poudres et salpêtres, seit 1829 Essayeur du bureau de garantie de la monnaie etc.
Er erhielt 1839 die Pairswürde und starb 9. Mai
1850 in
Paris. Gay
-Lussac
bestimmte 1805 mit A. v.
Humboldt die quantitative
Zusammensetzung
des
Wassers, untersuchte 1809 die Volumverhältnisse bei der
Verbindung gasförmiger
Körper und lieferte
auch
Arbeiten über die
Ausdehnung
[* 3] der
Gase
[* 4] durch die
Wärme
[* 5] (1802), über die
Dichtigkeit mehrerer
Dämpfe (1809), über die
Ausdehnung
der flüssigen
Körper (1816), über
Verdampfung etc. Von seinen chemischen
Arbeiten sind noch die über die
Verbindungen des
Schwefels und seiner
Säuren, über den
Schwefelwasserstoff und die
Schwefellebern, über das
Jod,
Chlor und
Cyan zu nennen. Seine Anleitungen zur
Analyse des
Schießpulvers, des
Chlorkalks, der
Pottasche, der
Soda und des
Borax
[* 6] etc., zur
Silberprobe auf nassem Weg und ähnliche waren von großem Einfluß auf die
Technik. Er untersuchte ferner die
Erscheinungen
der
Gärung, die Ätherbildung, entdeckte das
¶
Jodäthyl etc. Von 1807 bis 1811 bearbeitete er mit Thénard, später (1814) mit Webster und (1824) mit Liebig gemeinschaftlich die wichtigsten Gegenstände der Chemie. Seit 1816 redigierte er mit Arago die »Annales de Chimie et de Physique«. Von seinen besonders erschienenen Schriften erwähnen wir die mit A. v. Humboldt 1804 herausgegebenen »Mémoires sur l'analyse de l'air atmosphérique«, die ihm und Thénard gemeinschaftlichen »Recherches physico-chimiques« (Par. 1811, 2 Bde.),
seine von Grosselin herausgegebenen Vorlesungen »Cours de physique« (das. 1827) und die von Marmet herausgegebenen »Leçons de chimie« (das. 1828, 2 Bde.) etc.
Ende Gay-Lussac
Ergänzungen aus Duden, Volltext Suche, Kontext und Quellen.
Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 6. Band: Faidit - Gehilfe, Seite 961; .
http://www.peter-hug.ch/lexikon/gaylussac
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