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| Glykoside | eine namentlich in den Pflanzen sehr verbreitete, aber auch in tierischen Organismen vertretene / 192 |
| Glykoside _2 | oder Glukoside, organische Pflanzenstoffe, die durch Fermente oder durch Alkalien oder Säuren / 105 |
(1) Meyers Konversations-Lexikon, 1888 _ 7
Glykoside,
eine namentlich in den
Pflanzen sehr verbreitete, aber auch in tierischen Organismen
vertretene
Gruppe sehr verschiedenartiger
Körper, welche beim
Kochen mit verdünnten
Säuren, auch bei Einwirkung von
Alkalien
oder
Fermenten unter
Aufnahme von
Wasser in
Zucker
[* 2] und andre
Körper zerfallen. Die
Eigenschaften der meisten Glykoside
hängen zum größten
Teil von der
Natur desjenigen
Körpers ab, welcher in ihnen mit dem
Zucker gepaart ist.
Manche Glykoside
werden
nur durch ganz spezifische
Fermente gespalten, wie das
Amygdalin durch
Emulsin; auch die
Säuren zeigen bezüglich dieser
Wirkung
Differenzen.
Bisweilen muß die
Spaltung in sauerstofffreier
Atmosphäre vorgenommen werden, weil sonst die Spaltungsprodukte im Entstehungsmoment
sich verändern. Am vergleichbarsten sind die Glykoside
den zusammengesetzten
Äthern, indem der
Zucker die
Rolle
des
Alkohols spielt. Derselbe ist aber in den Glykosiden
ebensowenig fertig gebildet vorhanden wie der
Alkohol in den
zusammengesetzten.
Bisweilen mag das eine Spaltungsprodukt ursprünglich gar kein
Zucker sein, sondern nur durch die
Wirkung des Spaltungsmittels
in solchen übergeführt werden. Einzelne Glykoside
werden durch
Säuren in
Zucker und ein weiteres Glykosid gespalten,
und dieses ist dann weiter zersetzbar, liefert aber wahrscheinlich eine andre Zuckerart als ersteres. Zu den Glykosiden
gehören
die
Gerbsäuren,
Bitterstoffe, viele
Farbstoffe etc.
Ende Glykoside (1)
→Seite 7.453: Glykosurie =(griech.), s. v. w. Zuckerharnruhr.
(2) Brockhaus´ Konversationslexikon, 1902-1910 _ 58
Glykoside
oder Glukoside, organische Pflanzenstoffe, die durch Fermente oder durch Alkalien oder Säuren unter Aufnahme von Wasser derartig gespalten werden, daß als eins der Spaltungsprodukte eine Zuckerart, meist Traubenzucker, gebildet wird. Sie sind also ätherartige Verbindungen der Zuckerarten. Als Beispiel diene das Amygdalin (s. d.), das durch das Emulsin (s. d.) oder beim Erwärmen mit verdünnten Säuren in Traubenzucker, Bittermandelöl und Blausäure gespalten wird: ¶
| C {20}H {27}NO {11} + 2H {2}O | = C {6}H {5}.CHO | + HCN | + 2C {6}H {12}O {6} |
| Amygdalin | Bittermandelöl | Blau |
Zucker. |
Andere bekannte Glykoside
sind Äsculin (s. Äsculetin), Arbutin, Helicin, Hesperidin, Koniferin, Myronsäure, Phlorizin, Quercitrin,
Salicin, Saponin u. s. w. (S. die betreffenden Artikel.) –
Vgl. O. Jacobsen, Die Glykoside
(Bresl. 1887).
Ende Glykoside (2)
→Seite 58.100: Glykosurie =(Glycosuria), s. Diabetes.
Ergänzungen aus Duden, Volltext Suche, Kontext und Quellen.
Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 7. Band: Gehirn - Hainichen, Seite 453; .
http://www.peter-hug.ch/lexikon/glykoside
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