| 3 Artikel | Textanfang / Anzahl Wörter |
|---|---|
| Kopf | # (Caput, Haupt), der vorderste Teil des Körpers der meisten Tiere und als solcher meist durch / 243 |
| Kopf _2 | # Joseph, Bildhauer, geb. 10. März 1827 zu Unlingen im württemberg. Donaukreis als Sohn eines / 263 |
| Kopf _3 | Joseph, Bildhauer, geb. 10. März 1827 zu Unlingen (Württemberg), Sohn eines Ziegelbrenners, / 239 |
(1) Meyers Konversations-Lexikon, 1888 _ 10
Kopf
* 6 Gesicht.
(Caput,
Haupt), der vorderste Teil des
Körpers der meisten
Tiere und als solcher meist durch den
Besitz besonderer
Organe
(Auge,
[* 2]
Ohr,
[* 3]
Gehirn
[* 4] etc.) ausgezeichnet, zuweilen jedoch mit dem folgenden
Abschnitt, der
Brust, zu dem
sogen.
Cephalothorax
(Kopfbruststück) verschmolzen. Ein gesonderter Kopf
fehlt vielen niedern
Tieren, z. B. den
Muscheln.
[* 5] Bei
den
Wirbeltieren ist mit Ausnahme der
Akranier ein besonderer Kopf
vorhanden und zerfällt in den Schädelteil und das
Gesicht.
[* 6]
Ersterer hat zur knöchernen Grundlage den
Schädel (s. d.), eine ovale
Kapsel, welche vom
Gehirn ausgefüllt wird.
Der höchste Teil des
Kopfes
(Scheitel, vertex) trennt den Vorderkopf
vom Hinterkopf. Das
Gesicht (s. d.) läßt, entsprechend
den
Knochen,
[* 7] aus denen es besteht, die
Einteilung in eine
Ober- und Unterkiefergegend zu; für den Anatomen beginnt es unterhalb
der
Stirn, während im gewöhnlichen
Leben auch diese mit zu ihm gerechnet wird.
Beim
Menschen ist die Kopfhaut
an der
Stirn und an den
Schläfen feiner als am übrigen Kopf
, bis zur
Stirn behaart und enthält, soweit sich die
Haare
[* 8] erstrecken,
in großer Anzahl
Schweiß- und
Talgdrüsen. In dem Unterhautbindegewebe der
Kopfhaut
verlaufen die
Nerven,
[* 9]
Lymph- und
Blutgefäße;
letztere stammen aus der Kopf
schlagader
(Karotis, s. d.). Unter dieser
Schicht liegt der aus dem
Stirn-
und Hinterhauptsmuskel zusammengesetzte Schädelmuskel (musculus epicranius), dessen
Sehne, die sogen.
Sehnenhaube (galea aponeurotica),
mit der Schädelhaut fest verwachsen ist, so daß sich letztere ein wenig, bei manchen
Menschen jedoch in bedeutendem
Grad
vor- und rückwärts bewegen läßt. S. die betreffenden anatomischen Tafeln:
»Blutgefäße,
Muskeln,
[* 10]
Nerven
etc. des
Menschen«.
* 11 München.
Joseph, Bildhauer, geb. 10. März 1827 zu Unlingen im württemberg. Donaukreis als Sohn eines Ziegelbrenners, arbeitete sich unter größten Entbehrungen durch den Stand des Handlangers, Maurers und Steinhauers zum Bildhauer empor und trat 1850 in das Atelier des Bildhauers Sickinger zu München, [* 11] später in das Knittels zu Freiburg [* 12] i. Br., wo er auf der dortigen Universität zugleich anatomische Vorträge hörte. Zu Fuß wanderte er 1852 nach Rom; [* 13] hier erregte seine erste selbständige Arbeit, ein sitzender Christus (im Besitz des Königs von Württemberg), [* 14] Cornelius' Aufmerksamkeit.
Durch dessen und Overbecks Verwendung wurde ihm Unterstützung zu teil; auch war es ihm vergönnt, noch eine Unterweisung bei dem Bildhauer Martin Wagner zu genießen. 1855 bestellte der damalige Kronprinz von Württemberg die Figuren der Jahreszeiten [* 15] für die königliche Villa bei Berg. Andre Aufträge schlossen sich an und veranlaßten den Künstler, seinen Wohnsitz dauernd in Rom aufzuschlagen. Unter Kopfs zahlreichen Werken sind außer den genannten die hervorragendsten: eine Brunnengruppe in der Villa Oranienbaum bei St. Petersburg; [* 16]
* 17 Stuttgart.
Mädchen, vor einer Eidechse zurückschreckend, auf dem Lustschloß Rosenstein bei Stuttgart; [* 17]
griechische Tänzerin ebendaselbst;
zwei Marmorkamine mit den Figuren der vier Elemente im königlichen Schloß zu Stuttgart;
eine Pietà für die neue katholische Kirche daselbst.
Von Kopfs Porträtstatuen, Büsten und Reliefporträten, deren er über 200 ausgeführt, sind hervorzuheben: die Büsten des Kaisers und der Kaiserin von Deutschland, [* 18] des Königs und der Königin von Württemberg, der Mitglieder der großherzoglichen Familien von Baden [* 19] und Sachsen [* 20] etc. sowie der Schriftsteller Schnaase, Lübke, Gregorovius. Das eigentliche Gebiet seiner Kunst ist das des Anmutigen, Zarten, Jugendlichen, auf welchem er mit ebensoviel plastischem Verständnis wie poetischer Empfindung sich bewegt.
Ende Kopf (1)
Weiter zu Seite 10.65: Kopfbeere = s. Cephaëlis.
(2) Biographisches Künstler-Lexikon, 1882 _ 39
Joseph, Bildhauer, geb. 10. März 1827 zu Unlingen (Württemberg), Sohn eines Ziegelbrenners, arbeitete als Maurer und Handlanger und kam erst nach Überwindung großer Schwierigkeiten 1846 in die Zeichenschule zu Biberach. 1851 hatte er so viel erspart, daß er nach München gehen konnte, wo er sich unter Sickingers Leitung durch energischen Fleiß allmählich emporarbeitete. Nachdem er dann noch bei Knittel in Freiburg gelernt und seine ersten Sandsteinstatuen ausgeführt hatte, wanderte er 1852 zu Fuß nach Rom, wo er sich zunächst durch Figurenschnitzerei für mehrere geistliche Institute bekannt machte, bis er durch einen sitzenden Christus (Modell) die Aufmerksamkeit von Cornelius auf sich zog.
Durch seine sowie durch Overbecks Verwendung erhielt er ein Stipendium, arbeitete für den König von Württemberg eine Verstoßung der Hagar und unter Wagners Leitung andre religiöse und allegorische Bildwerke. Eine andre, sein Talent für die Darstellung des Lieblichen und Natürlich-Schönen bekundende Arbeit sind die vier Jahreszeiten für den Kronprinzen von Württemberg, ferner ein Triton, eine Nymphe und eine griechische Tänzerin. Die bedeutendsten seiner dann folgenden Werke in der ihm eignen idealen Richtung sind mehrere Büsten, Reliefporträte und Medaillons, z. B.: des deutschen Kaisers und der Kaiserin, des Königs Karl und der Königin Olga von Württemberg, zwei große Kamine für das Residenzschloß in Stuttgart im Renaissancestil, eine Pietà für die katholische Kirche daselbst, die trefflich komponierte Gruppe: Joseph und Potiphars Weib, dann sein neuestes Werk, das sein Meisterstück zu werden verspricht: ein verwundeter Krieger, der sterbend seine Fahne verteidigt.
Ende Kopf (2)
Ergänzungen aus Duden, Volltext Suche, Kontext und Quellen.
Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 10. Band: Königshofen - Luzon, Seite 65; .
http://www.peter-hug.ch/lexikon/kopf
10.58 Kop10.65 Kopfbeere10.65 Kopfblutgeschwulst10.65 Kopfbruststück10.65 Köpfchen10.65 Köpfel10.65 Kopffüßer10.65 Kopfgenickkrampf10.65 Kopfgicht10.65 Kopfgrind10.65 Kopfholzbetrieb10.66 Kopfjagden10.66 Kopfkrankheit der Haustiere10.66 Kopfleiste10.66 Kopfnicker10.66 Kopfreliquiar10.66 Kopfrose10.66 Kopfsalat10.66 Kopfschabe10.66 Kopfschimmel10.66 Kopfschmerz10.67 Kopfschnellen10.67 Kopfstation10.67 Kopfsteuer10.68 Kopfstimme10.68 Kopfstück10.68 Kopfwassersucht10.68 Kopfzange39.313 KopfSie sind hier: Lexikon '88 > Meyers > Band 10 > Seite 10.65 > Kopf