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| Kreuzer | # kleine deutsche Scheidemünze, benannt nach dem Kreuz, welches ihr Gepräge anfangs zeigte, / 257 |
| Kreuzer _2 | # ungepanzerte, für weite Reisen ausgerüstete kleinere Kriegsdampfer, deren Indienststellung / 187 |
Kreuzer
444 Wörter, 3'302 Zeichen
Kreuzer,
kleine deutsche
Scheidemünze, benannt nach dem
Kreuz,
[* 2] welches ihr Gepräge anfangs zeigte, in
mittelalterlichem
Latein daher Crosatus, Cruciatus, Crucifer oder
Cruciger. Sie ward zuerst in
Tirol
[* 3] im 13. Jahrh. geschlagen
und Etschkreuzer
genannt.
Bald fand die
Münze von da in fast ganz
Deutschland
[* 4] sowie in der
Schweiz
[* 5] Eingang, doch wird sie in
deutschen Münzdistrikten erst 1490 erwähnt. Die
ältesten Kreuzer
waren aus geringhaltigem
Silber
(Billon)
geprägt, erst später wurden auch kupferne Kreuzer
ausgemünzt.
* 6 Württemberg.
Man teilte sie in 4
Pfennig oder 8
Heller, später auch hier und da, z. B. in
Württemberg,
[* 6] in 6
Heller ein. Der Kreuzer
ward überall
da, wo Guldenwährung stattfand, gebräuchliche
Scheidemünze. Späterhin unterschied man daher zwischen leichten Kreuzern
,
deren 60 einen
Gulden, 90 einen
Thaler, und schweren Kreuzern
, deren 48 einen
Gulden und 72 einen
Thaler
ausmachten. Gegenwärtig ist der Kreuzer
in
Österreich
Scheidemünze und zwar bis 1858 = 1/60
Gulden, nach der damals angenommenen
neuen
Währung des 45-Guldenfußes
(Neukreuzer) = 0,01
Gulden, wonach 1
Neukreuzer = 2 Reichspfennig ist.
Der Kreuzer
süddeutscher
Währung, der in
Baden,
[* 7]
Bayern,
[* 8]
Frankfurt
[* 9] a. M.,
Hessen-Darmstadt,
Hessen-Homburg,
Hohenzollern,
Kurhessen,
Nassau,
Oldenburg
[* 10] (für
Birkenfeld),
Sachsen-Koburg,
Sachsen-Meiningen,
Schwarzburg-Rudolstadt (für die Oberherrschaft) und
Württemberg
bis zur Einführung der
Reichswährung gebräuchlich war, und deren 60 einen
Gulden süddeutsch ausmachten, wurde in
Kupfer
[* 11] und
Silber ausgemünzt, und zwar gab es auch ½-(Doppelpfennige) und ¼-Kreuzerstücke
(Pfennige). Sämtliche
Staaten süddeutscher
Währung prägten aber außerdem als Silberscheidemünze (aus
Billon = 350/1000 fein) im 58-Guldenfuß
6 und 12-Kreuzerstücke aus. Der österreichische
Neukreuzer ist eine Kupfermünze; in Silberbillon prägt
Österreich als
Scheidemünze
Stücke zu 10 und 5
Neukreuzer.
* 12 Dampf.
ungepanzerte, für weite Reisen ausgerüstete kleinere Kriegsdampfer, deren Indienststellung mehrere Jahre dauert, und welche, unter Dampf, [* 12] meist aber unter Segel fahrend, auf allen Meeren und Stationen das Ansehen der Flagge zu kräftigen sowie den Seehandelsverkehr zu fördern und zu schützen bestimmt sind; im Kriegsfall haben sie außerdem den Seeverkehr des Feindes überall zu stören, feindliche Handelsschiffe, Transportfahrzeuge und Kriegsschiffe zu nehmen.
Die Liste der deutschen Kriegsmarine zählt gegenwärtig 5 Kreuzer von 716–848 Ton. Deplacement, 600–650 indizierten Pferdekräften, mit je 4–9 Geschützen und 115–127 Mann Besatzung. Im weitern Sinn zählen zu den Kreuzern auch die Kreuzerfregatten und Kreuzerkorvetten. Die neuen Kreuzerfregatten der deutschen Marine sind schnelle, nicht gepanzerte Dampfer der Klasse 3 von 2856–3995 Ton. Deplacement, mit 2600–4800 indizierten Pferdekräften, aus Eisen [* 13] oder aus Eisen und Holz [* 14] erbaut, 13–16 Meilen Fahrgeschwindigkeit und 386–432 Mann Besatzung, mit bis 18 Geschützen, 2 leichten und 6 Revolverkanonen. Die Kreuzerfregatten verfolgen dieselben Zwecke wie die Kreuzer, welche sie im Verhältnis ihrer größern Machtmittel um so ausgiebiger und nachdrücklicher erfüllen können. Von größter Wichtigkeit waren und sind die Kreuzer aller Art für die Erwerbung und Erhaltung der Kolonien. Über Kreuzerkorvetten s. Korvette.
Ende Kreuzer
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Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 10. Band: Königshofen - Luzon, Seite 201; .
http://www.peter-hug.ch/lexikon/kreuzer
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