| 5 Artikel | Textanfang / Anzahl Wörter |
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| Rolle | # eine der sechs einfachen Maschinen oder mechanischen Potenzen, besteht aus einer kreisförmigen, / 438 |
| Rolle _2 | # Glättmaschine, s. Kalander und Mange. / 6 |
| Rolle _3 | # heißt im Theaterwesen die einzelne Partie eines Stücks, welche einem Schauspieler übertragen / 134 |
| Rolle _4 | # (spr. roll), Landstädtchen im schweizer. Kanton Waadt, Landungsplatz am Genfer See und Station / 44 |
| Rolle _5 | # Johann Heinrich, Kirchenkomponist, geb. 23. Dez. 1718 zu Quedlinburg, studierte die Rechte / 72 |
Rolle,
eine der sechs einfachen
Maschinen oder mechanischen
Potenzen, besteht aus einer kreisförmigen, in einem Gehäuse,
dem
Kloben, drehbar angebrachten
Scheibe, um welche ein
Seil gelegt wird, so daß ein an dem einen Seilende in der
Richtung desselben ausgeübter
Zug sich über die Rolle
hinweg auf das andre Seilende in entsprechend veränderte
Richtung fortpflanzt.
Man unterscheidet feste und bewegliche (lose)
Rollen.
[* 2] Bei der festen Rolle
[* 1]
(Fig. 1, S. 895) sind beide Seilenden
a u. b lose,
dagegen der
Kloben c der Rolle
d an irgend einem Gegenstand befestigt, so daß bei genügend starkem
Ziehen
am Ende b das am andern Ende hängende
Gewicht Q gehoben wird, während die Rolle
d nur um ihren feststehenden
Mittelpunkt rotiert.
Es
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wird hierbei offenbar nur die Kraftrichtung verändert, dagegen eine Größenänderung der Kraft,
[* 4] abgesehen von dem Einfluß
der Reibungs- und Seilbiegungswiderstände, nicht vorgenommen, so daß die zum Heben von Q bei b erforderliche Kraft P um diese
Widerstände größer als das Gewicht Q sein muß. Bei der losen Rolle
[* 2]
(Fig. 2) ist das eine Seilende
a befestigt und das andre b sowie der Kloben c der Rolle
d lose, so daß beim Ziehen an b außer einer Drehung auch eine fortschreitende
Bewegung der Rolle
eintritt. Da nun durch Vermittelung von d in beiden Seilenden a und b die gleiche Spannung P
herrscht (wenn von der Reibung
[* 5] etc. abgesehen wird), also im ganzen, vorausgesetzt daß a und b parallel sind,
eine Kraft von der Stärke
[* 6] 2 P die Rolle
d nach oben zu ziehen bestrebt ist, so wird die hierdurch zu hebende Last Q ebenfalls gleich 2 P
sein können. Es tritt hier also eine Kraftvermehrung ein, welcher jedoch eine Verringerung des Wegs
(Hubes) gegenübersteht, so daß die Last Q bei parallelen Seilen nur um die Hälfte der Strecke gehoben wird, um welche das
Ende b des Seils emporgezogen wird.
* 7 Parallelogramm.
Die lose Rolle läßt sich aber auch derart umkehren, daß das Seilende a unten fest gelegt, die Last Q am Seilende b und die Kraft am Kloben angebracht wird. Dann findet natürlich eine Kraftverminderung und Hubvergrößerung statt. Sind die Seile nicht parallel, so ändern sich die Verhältnisse in einer dem Parallelogramm der Kräfte [* 7] entsprechenden Weise. Eine zweckmäßige Verbindung von festen und losen Rollen heißt Rollen- oder Flaschenzug [* 8] (s. d.). Die hierbei gebräuchliche Vereinigung mehrerer Rollen in einem gemeinschaftlichen Gehäuse heißt Flasche. [* 9] Die Verbindung mehrerer fester Rollen mit irgend einem in sich geschlossenen biegsamen Organ (Seil, Schnur, Riemen) führt zu den Riemenräderwerken, zum Schnurtrieb, Seiltrieb etc. (s. d.) Der Name Rolle wird auch mehrfach für »Rad« gebraucht, besonders bei kleinern Rädern; so spricht man von Laufrollen, Friktionsrollen etc.
Fig. 2. Lose Rolle.]
Glättmaschine, s. Kalander ^[= (Kalandermaschine, v. franz. calandre, Mange, Glättmaschine), eine der wichtigsten Appreturm ...] [* 10] und Mange.
heißt im Theaterwesen die einzelne Partie eines Stücks, welche einem Schauspieler übertragen wird; dann der schriftliche Auszug dieser Partie. Derselbe muß außer dem Texte des Stücks jede etwanige Bemerkung des Dichters über Auffassung oder Darstellung mit enthalten. Die letzten Worte des Vorhersprechenden (Stichwörter) sind mit angeführt, damit der Darsteller zur rechten Zeit mit seiner Rede einfalle. – Im Seewesen bezeichnet Rolle die Verteilung der Besatzung eines Schiffs zu den verschiedenen Dienstverrichtungen, so daß jeder Mann derselben weiß, wohin er gehört, und was er zu thun hat, sobald das betreffende Kommando gegeben wird; solcher Rollen sind z. B. die Gefechts-, Manöver, Wacht-, Feuer-, Boots-, Reinschiff- etc. Rolle. Diese Rollen werden in der Regel vom ersten Offizier aufgestellt und in ein Rollenbuch zusammengetragen. – Im Handel bei Stock- oder Rundfischen eine Zahl von 180 zusammengebundenen Fischen.
* 11 Kanton.
(spr. roll), Landstädtchen im schweizer. Kanton [* 11] Waadt, Landungsplatz am Genfer See und Station der Bahnlinie Genf-Lausanne, Mittelpunkt der weinreichen Küstengegend La Côte mit (1880) 1688 Einw. Auf einer Insel im See erhebt sich ein 12 m hoher Obelisk, das Denkmal Laharpes (s. d. 2).
Johann Heinrich, Kirchenkomponist, geb. 23. Dez. 1718 zu Quedlinburg, [* 12] studierte die Rechte in Berlin, [* 13] ging aber zur Musik über und trat als Violinist in die Hofkapelle. 1746 wurde er Organist an der Johanneskirche zu Magdeburg [* 14] und nach seines Vaters Tod 1752 dessen Nachfolger als städtischer Musikdirektor;
starb 29. Dez. 1785. Rolle komponierte mehrere vollständige Jahrgänge Kirchenmusiken, 20 biblische und weltliche Dramen (Oratorien), die Oden Anakreons für eine Stimme mit Klavier u. a.
Ende Rolle
Ergänzungen aus Duden, Volltext Suche, Kontext und Quellen.
Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 13. Band: Phlegon - Rubinstein, Seite 894; .
http://www.peter-hug.ch/lexikon/rolle
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