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| Sturm | # heftiger Wind (s. d.). Im Feldkrieg heißt S. der entscheidende Angriff auf eine vom Feind / 48 |
| Sturm _2 | # 1) Jakob S. von Sturmeck, elsäss. Staatsmann, geb. 10. Aug. 1489 zu Straßburg, stammte aus / 800 |
| Sturm- und Drangperiode | s. Deutsche Litteratur, S. 748. / 8 |
| Sturm | Wilhelm, Männergesangskomponist, geb. 5. Jan. 1842 zu Sebnitz, Schüler des Dresdener Konservator / 80 |
| Sturm _2 | 1) Friedrich, Genre- und Dekorationsmaler, geboren zu Wien, lernte schon als Knabe auf Porzellan / 237 |
Sturm
2 Seiten, 1'173 Wörter, 8'132 Zeichen
(1) Meyers Konversations-Lexikon, 1888 _ 15
Sturm,
heftiger Wind (s. d.).
Im Feldkrieg heißt S. der entscheidende Angriff auf eine vom Feind besetzte Stellung, Ortschaft, Schanze etc., wobei es zum Handgemenge (s. d.) kommt, wenn der Feind standhält.
Der S. auf Festungswerke ist in der Regel nur nach vorhergegangenem förmlichen Angriff möglich (s. Festungskrieg, S. 190).
1) Jakob S. von Sturmeck, elsäss. Staatsmann
2) Johannes von, verdienter Schulmann
3) Jakob, Kupferstecher und Naturforscher
4) Julius, Lyriker, geb. 21. Juli 1816 zu Köstritz im Reußischen
5) Eduard, österreich. Abgeordneter
[15.406] Sturm heftiger Wind
Sturm,
* 2 Straßburg.
1)
Jakob S. von Sturmeck
, elsäss. Staatsmann, geb. 10. Aug.
1489 zu
Straßburg,
[* 2] stammte aus einer edlen
Familie des
Niederrheins, widmete sich zuerst dem
Studium der
Theologie auf der
Universität
zu
Freiburg,
[* 3] dann der
Rechtswissenschaft in
Lüttich
[* 4] und
Paris.
[* 5] 1525 wurde er zum erstenmal Stadtmeister in seiner Vaterstadt.
Schon früh
schloß er sich der
Reformation an und nahm 1529 an dem
Religionsgespräch zu
Marburg
[* 6] teil, sonderte sich dann aber
von den
Lutheranern, weil er ihnen die
Schuld an der
Spaltung der
Evangelischen zuschrieb, und überreichte 1530 im
Namen
Straßburgs
und andrer
Städte auf dem
Reichstag zu
Augsburg
[* 7] die
Confessio tetrapolitana. Um die
Aufnahme seiner Vaterstadt
in den
Schmalkaldischen
Bund zu erreichen, machte er 1532
Luther einige Zugeständnisse.
Fortan leitete er Straßburgs Angelegenheiten mit großer Umsicht und vertrat ihre Interessen auf mehreren Gesandtschaften mit Geschick. Auch gelang es ihm, 1547 nach der Schlacht bei Mühlberg die von Karl V. auferlegte Kontribution zu ermäßigen. S. hat die Bibliothek und ein Gymnasium in Straßburg begründet, das bald erfreulich gedieh (s. S. 2). Er starb 30. Okt. 1553 in Straßburg.
Vgl. Baum, Jakob S. (3. Aufl., Straßb. 1872);
Baumgarten, Jakob S. (das. 1876).
2) Johannes von, verdienter Schulmann, geb. 1. Okt. 1507 zu Schleiden in der Eifel, besuchte das Gymnasium der Hieronymianer zu Lüttich, vollendete seine Studien auf der Universität Löwen, [* 8] ward 1530 akademischer Lehrer der klassischen Sprachen in Paris und 1537 Rektor des neugegründeten Gymnasiums zu Straßburg, welches unter seiner Leitung europäischen Ruf erlangte. Als eifriger Calvinist mit den Lutheranern in Streit über die Annahme der Konkordienformel verwickelt, verlor S. 1582 seine Stelle und starb 3. März 1589 in Straßburg.
Kaiser
Karl V. verlieh ihm den
Reichsadel. Sturms
Studienordnung, im wesentlichen auf
Melanchthons
Grundsätzen erbaut, war das
Vorbild für zahlreiche Schulpläne des 16. und 17. Jahrh. und hatte namentlich auch wesentlichen
Einfluß auf die
Ratio studiorum der
Jesuiten.
Vgl. Schmidt, La vie et les travaux de Jean S. (Straßb. 1855);
Laas, Die Pädagogik des J. S. (Berl. 1872);
Kückelhahn, J. S., Straßburgs erster Schulrektor (Leipz. 1872);
Paulsen, Geschichte des gelehrten Unterrichts (das. 1885). ¶
3) Jakob, Kupferstecher und Naturforscher, geb. 21. März
1771 zu Nürnberg,
[* 10] gest. 28. Nov.
1848 daselbst, verdient durch seine ikonographischen
Werke über die deutsche Flora und Fauna, nach Sturms
Tod fortgesetzt von seinem Sohn Johann Wilhelm S. (geb. 19. Juli
1808, gest. 7. Jan.
1865 in
Nürnberg), nämlich: »Deutschlands
[* 11] Flora in Abbildungen nach der Natur« (Nürnb. 1798–1855, 163 Hefte mit 2472 Tafeln; 1. Abt.:
Phanerogamen, 96 Hefte, bearbeitet von Hoppe, Schreber, Sternberg, Reichenbach
[* 12] und Koch; 2. Abt.: Kryptogamen mit Ausschluß der
Pilze,
[* 13] 31 Hefte, von Launer und Conde; 3. Abt.: Die Pilze, 36 Hefte, von Ditmar, Rostkovius, Conde, Preuß, Schnizlein
und F. v. Strauß);
[* 14] »Deutschlands Fauna in Abbildungen nach der Natur« (das. 1805–57; Vögel,
[* 15] Amphibien, Mollusken,
[* 16] Käfer).
[* 17]
4) Julius, Lyriker, geb. 21. Juli 1816 zu Köstritz im Reußischen, studierte zu Jena [* 18] Theologie und wirkte seit 1857 als Pfarrer in Köstritz, bis er 1885 mit dem Titel eines Geheimen Kirchenrats in den Ruhestand trat. Von seinen Dichtungen sind hervorzuheben: »Gedichte« (Leipz. 1850, 5. Aufl. 1882);
»Fromme Lieder« (das. 1852, 11. Aufl. 1889);
»Zwei Rosen oder das Hohelied der Liebe« (das. 1854);
»Neue Gedichte« (das. 1856, 2. Aufl. 1880);
»Neue fromme Lieder und Gedichte« (das. 1858, 3. Aufl. 1880);
»Für das Haus«, Liedergabe (das. 1862);
»Israelitische Lieder« (3. Aufl., Halle [* 19] 1881) und »Von der Pilgerfahrt« (das. 1868);
ferner die neue Sammlung »Lieder und Bilder« (Leipz. 1870, 2 Tle.);
»1870. Kampf- und Siegesgedichte« (Halle 1870);
»Spiegel [* 20] der Zeit in Fabeln« (Leipz. 1872);
»Gott grüße dich« (das. 1876, 3. Aufl. 1887);
»Das Buch für meine Kinder« (das. 1877, 2. Aufl. 1880);
»Immergrün«, neue Lieder (das. 1879, 2. Aufl. 1888);
»Märchen« (das. 1881, 2. Aufl. 1887);
»Aufwärts!«, neue religiöse Gedichte (das. 1881);
»Neues Fabelbuch« (5. Aufl., das. 1881);
»Dem Herrn mein Lied«, religiöse Gedichte (Brem. 1884);
»Natur, Liebe, Vaterland«, neue Gedichte (Leipz. 1884);
»Bunte Blätter« (Wittenb. 1885);
* 21 Palme.
»Palme [* 21] und Krone«, Lieder zur Erbauung (Brem. 1887).
Tief religiöser Sinn, Innigkeit der Empfindung und echt deutsche Gesinnung zeichnen die Dichtungen Sturms
durchweg aus.
Er gab auch die Anthologie »Hausandacht in frommen Liedern unsrer Tage« (Leipz. 1870, 5. Aufl. 1883) und unter dem Pseudonym
Julius Stern die Märchensammlung »Das rote Buch« (das. 1855) heraus.
5) Eduard, österreich. [* 22] Abgeordneter, geb. 8. Febr. 1830 zu Brünn, [* 23] studierte in Olmütz [* 24] und Brünn die Rechte, ward 1852 Advokat zu Brünn und 1856 in Pest. 1861 nach Brünn zurückversetzt, beteiligte er sich daselbst an der Gründung und Förderung vieler öffentlicher Vereine und Anstalten. 1865 ward er zu Iglau [* 25] in den mährischen Landtag und von diesem 1867 in das österreichische Abgeordnetenhaus gewählt, dem er seitdem ununterbrochen angehörte. Er ist Mitglied der verfassungstreuen Partei und ein vortrefflicher Redner. 1870 siedelte er als Advokat nach Wien [* 26] über, schadete aber hier in der Zeit des Gründungsschwindels seinem Ansehen sehr durch seine Beteiligung an unsoliden finanziellen Unternehmungen.
Ende Sturm (1)
(2) Meyers Konversations-Lexikon, 1888 _ 18
Sturm,
* 28 Dresden.
Wilhelm, Männergesangskomponist, geb. 5. Jan. 1842 zu Sebnitz, Schüler des Dresdener Konservatoriums, war als Sänger am Chemnitzer Stadttheater, dann eine Zeitlang am Hoftheater in Dresden [* 28] engagiert, wirkte als Gesangvereinsdirigent und als Musiklehrer in Dresden und lebt seit 1876 als Musikdirektor und Gesangslehrer in Biel (Schweiz). [* 29] Er schrieb Männerchöre mit und ohne Orchester (viel gesungen: »Der letzte Skalde«, »Rolands Horn«, »Schwerting«; am verbreitetsten das im Volkston komponierte »Unterm Lindenbaum«),
Operetten für Männergesangvereine (»Der Taucher« u. a.), Lieder für eine Singstimme etc.
Ende Sturm (2)
(3) Biographisches Künstler-Lexikon, 1882 _ 39
Sturm,
1) Friedrich, Genre- und Dekorationsmaler, geboren zu Wien, lernte schon als Knabe auf Porzellan malen, gravieren und emaillieren, trieb auf der dortigen Akademie die Blumenmalerei, war auf seinen Wanderungen in Ungarn und Serbien Porträt-, Heiligen- und Theatermaler und griff dann zum Genre, worin er durch manche Bilder großen Beifall erntete, z. B.: vom Markt heimkehrende Zigeuner, Dominospieler, Schusterfamilie u. a. Später verlegte er sich auf die dekorative Malerei und malte mit erstaunlicher Leichtigkeit Allegorien, Amorinenscenen und sonstige Dekorationsbilder auf Plafonds, Wände und Thürfüllungen in jeder Manier und jeder Technik in den Palästen und Villen in und um Wien, z. B. in der Villa des verstorbenen Herzogs von Braunschweig zu Hietzing Kompositionen aus Walter Scott.
2) Fritz (Friedr. Ludwig Christian), Marinemaler, geb. 17. Mai
1834 zu Rostock, war anfangs
Seemann, dann Stubenmaler, ging als solcher nach Berlin, besuchte von 1859 an die Akademie und 1861–64 das Atelier von Eschke,
bereiste Schweden und Norwegen, Holland und die Schweiz und vollendete seine Studien 1865–70 in Karlsruhe unter der Leitung
von Gude. 1870–75 wohnte er in Düsseldorf und siedelte dann nach Berlin über. Seine Bilder sind von
großartiger Auffassung, trefflicher Behandlung und besonders gelungen in Luft und Wasser. Dahin gehören: Wismar von der
Seeseite, Gewittersturm
auf der See, Schiffbruch (alle drei im Museum zu Schwerin), Hamburger Hafenansicht (1866), Fahrzeuge
zur Rettung Schiffbrüchiger (1867), Mannschaft ein untergehendes Schiff verlassend, Brigg an der norwegischen
Küste und zwei Seestücke aus dem Jahr 1877 in der Nationalgallerie.
Ende Sturm (3)
Ergänzungen aus Duden, Volltext Suche, Kontext und Quellen.
Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 15. Band: Sodbrennen - Uralit, Seite 406; .
http://www.peter-hug.ch/lexikon/sturm
x.
15.405 Stur15.407 Sturmbock15.407 Sturmbretter15.407 Sturmfeuer15.407 Sturmflut15.407 Sturmhaube15.407 Sturmhut15.407 Sturmpfähle15.407 Sturmrose15.407 Sturmschritt15.407 Sturmschwalbe15.407 Sturmsignale15.407 Sturmsold15.407 Sturm- und Drangperiode15.407 Sturmvogel15.408 Sturmwarnungen18.919 Sturm21.559 Sturmhut39.517 Sturm39.517 StürmerSie sind hier: eLexikon > Meyers > Band 15 > Seite 15.406 > Sturm