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| Wirbel | # fortgehende kreisförmige Bewegung oder Bewegung nach einer Schneckenlinie; danach eine Stelle / 105 |
| Wirbel _2 | # (Vertebra), die Knorpel- oder Knochenstücke, welche bei den Wirbeltieren die Wirbelsäule / 533 |
Wirbel,
fortgehende kreisförmige
Bewegung oder
Bewegung nach einer
Schneckenlinie; danach eine
Stelle auf der
Haut
[* 2] des
menschlichen oder tierischen
Körpers, wo das
Haar
[* 3] im
Kreis
[* 4] gewachsen ist. Auf
Trommeln und
Pauken eine dem
Triller auf
andern
Instrumenten verwandte und auch so (tr ^[img]) bezeichnete
Manier, welche durch sehr schnell aufeinander folgende
Schläge
hervorgebracht wird; bei Saiteninstrumenten die hölzernen oder metallenen Pflöckchen, auf denen die
Saiten der
Streichinstrumente
im
Kopf (Wirbel
kasten) der
Instrumente befestigt sind, und durch deren
Drehen das
Stimmen der
Saiten bewerkstelligt wird. Bei
der
Guitarre, dem
Violoncello etc. hat man Wirbel
eingeführt, die mit einem Zahnrad in
Verbindung stehen, welches das Zurückgehen
verhindert.
Wirbel
* 5 Bogen.
(Vertebra), die
Knorpel- oder Knochenstücke, welche bei den
Wirbeltieren die
Wirbelsäule (s. d.) zusammensetzen.
Am ausgebildeten Wirbel
unterscheidet man den Wirbelkörper, ein auf dem
Querschnitt annähernd rundes
Stück, und die
von ihm ausgehenden
Bogen
[* 5] und Fortsätze. Der obere
oder dorsale (in der menschlichen
Anatomie, welche den
Körper aufrecht
stehend betrachtet, der hintere)
Bogen schließt das
Rückenmark ein und ist an der ganzen
Wirbelsäule in gleicher
Ausbildung
vorhanden; der untere oder ventrale (vordere)
Bogen
(Rippe im weitern
Sinn) fehlt an den
Halswirbeln mehr
oder weniger, wird an den Brustwirbeln
durch die sogen. Querfortsätze und die an ihnen eingelenkten
Rippen (im engern
Sinn) repräsentiert, umspannt also hier die
Leibeshöhle und umschließt an den Schwanzwirbeln, falls solche
vorhanden, die Schwanzarterie.
Ein vom dorsalen Bogen nach oben (hinten) gerichteter unpaarer Fortsatz heißt Dornfortsatz (s. Tafel »Skelett [* 6] des Menschen I«, [* 1] Fig. 1; II, [* 1] Fig. 5 u. 6); er ist z. B. bei den Wiederkäuern an den Brustwirbeln stark entwickelt. Auch vom Wirbelkörper kann nach unten ein Dornfortsatz ausgehen; ferner gibt es paare, nach vorn (oben) und hinten (unten) gerichtete sogen. Gelenkfortsätze, die von dem obern Bogen entspringen und zur Verbindung der Wirbel untereinander dienen.
Hierin sowie im Grade der Verknöcherung der Wirbel herrscht innerhalb der Wirbeltiere sehr große Mannigfaltigkeit. Ferner ist von Wichtigkeit das Verhalten derjenigen Flächen des Wirbelkörpers, mit welchen die einzelnen Wirbel untereinander beweglich zusammenhängen. Ursprünglich sind beide Flächen konkav (amphicöle Wirbel), und dann wird der bikonvexe Zwischenraum zwischen je zwei Wirbeln von einem Reste der Rückensaite (s. d.) ausgefüllt; dies ist noch bei Fischen, manchen Amphibien und fossilen Reptilien der Fall. Bei weiterer Entwickelung ist es dann zur Bildung von opisthocölen oder procölen Wirbeln gekommen, bei denen sich an der vordern (obern), resp. hintern (untern) Fläche ein Gelenkkopf und an der andern eine demselben entsprechende Gelenkpfanne befinden.
* 7 Stab.
Die Entwickelung der Wirbel bei den Säugetieren geht in der Weise vor sich, daß zunächst ein ungegliederter Stab [* 7] aus Gallertsubstanz, die Rückensaite (s. d.), auftritt, der von einer besondern Hülle umgeben ist. Von letzterer aus verknorpelt alsdann die Rückensaite, jedoch so, daß sie nur an den Stellen gänzlich durch Knorpel [* 8] ersetzt wird, welche den Wirbeln entsprechen, zwischen den Wirbeln aber noch in Resten als sogen. Gallertkern bestehen bleibt. Darauf verknöchern die Wirbel meist von drei Punkten aus, doch erhält sich an den Gelenkflächen je zweier Wirbel ein Teil der knorpeligen Substanz als Zwischenwirbelknorpel.
Die drei Knochenstücke verschmelzen erst sehr spät (nach der Geburt) zu einem Ganzen. Über die Verbindung der Wirbel zur Wirbelsäule s. d. Eine eigentümliche Form haben bei den Wirbeltieren mit Ausschluß der Fische [* 9] die beiden ersten Halswirbel (s. Tafel »Skelett des Menschen II«, [* 1] Fig. 7–9). Der erste von ihnen, der Atlas, [* 10] dient als Träger [* 11] des Kopfes und hat zu diesem Behuf zwei (bei Amphibien und Säugetieren) oder eine (bei Reptilien und Vögeln) Gelenkgrube, denen am Hinterhaupt ebenso viele Gelenkhöcker entsprechen. Im ausgebildeten Zustand besteht er nur aus dem dorsalen und ventralen Bogen, während sein Körper mit demjenigen des zweiten Wirbels, des Drehers oder Epistropheus, verwachsen ist und als dessen Zahnfortsatz bezeichnet wird. Bei niedern Wirbeltieren zeitlebens und bei den höhern während der Jugendstadien ist diese Verwachsung aber noch nicht eingetreten. Um den Zahnfortsatz dreht sich der Atlas samt dem Kopf, während letzterer auf dem Atlas nur die Nickbewegungen ausführt.
Ende Wirbel
→Seite 16.683: Wirbelkanal =s. Wirbelsäule.
Ergänzungen aus Duden, Volltext Suche, Kontext und Quellen.
Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 16. Band: Uralsk - Zz, Seite 683; .
http://www.peter-hug.ch/lexikon/wirbel
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