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| Zähne | # (Dentes), knochenähnliche Körper, welche in der Mundhöhle der Wirbeltiere an den Knochen / 1285 |
| Zähne _2 | Vergleichende Studien der Entwickelungsgeschichte haben ergeben, daß die Z. der Wirbeltiere / 948 |
Zähne
3 Seiten, 2'235 Wörter, 16'048 Zeichen
(1) Meyers Konversations-Lexikon, 1888 _ 16
1) Der Schmelz (Email, Fig. C), d. h. die äußere
2) Das Zahnbein (Dentin, Fig. D)
3) die Wurzelrinde (Zement)
[16.818] Zähne, künstliche Ersatz der natürlichen Zähne
Zähne
[* 1] (Dentes), knochenähnliche Körper, welche in der Mundhöhle [* 2] der Wirbeltiere an den Knochen [* 3] derselben, vorzugsweise an oder in den Kiefern, befestigt sind und zum Festhalten oder Zerkleinern der Nahrung dienen. Sie sind ein Produkt der Mundschleimhaut und zwar sowohl der Oberhaut als auch der darunterliegenden Schicht und stimmen bei den niedrigsten Fischen noch so sehr mit den in der Körperhaut steckenden Knochenschuppen überein, daß man sie als umgewandelte Schuppen auffassen darf.
Bei den
Fischen können sie an allen
Knochen der Mundhöhle, auch am
Zungenbein und den Kiemenbogen (Schlundzähne
) vorkommen,
sind dagegen bei den höhern
Wirbeltieren fast ganz und bei den
Säugetieren ausschließlich auf die
Kiefer
beschränkt. Mit den
Knochen, denen sie angehören, stehen sie teils in sehr loser
Verbindung, so daß sie aufgerichtet und
niedergelegt werden können
(Haifische; über die
Giftzähne der
Schlangen
[* 4] s. d.), teils in fester; bei den
Säugetieren und
einigen andern
Gruppen werden sie im
Lauf ihres Wachstums von den Kieferrändern teilweise umwachsen und
so in besondere
Höhlen
(Zahnfächer oder
Alveolen) eingebettet.
* 5 Wale.
Die aufgebrauchten oder ausgefallenen Zähne
werden bei den drei niedrigsten
Gruppen der
Wirbeltiere fortwährend erneuert, bei
den
Säugetieren hingegen nur einmal (s. unten) oder auch gar nicht
(Wale,
[* 5]
Zahnarme etc.). Bei den
Walen (s. d.) finden sich
die
Anlagen der Zähne
in den Kieferalveolen vor, gelangen aber nicht zum Durchbruch. Was die Zähne
der
Säugetiere betrifft, so unterscheidet
man bei ihnen die
Krone, d. h. das frei in den
Mund hereinragende
Stück, ferner die dünnere, vom
Zahnfleisch (s. d.) bedeckte
Stelle, den
Hals, und die in der
Alveole des
Kiefers steckende
Wurzel,
[* 6]
welche ein- oder mehrfach sein kann.
Hals und
Krone schließen zusammen eine
Höhle ein, welche mittels eines feinen, durch die ganze
Wurzel verlaufenden
Kanals an der
Spitze der letztern ausmündet. In dieser
Höhle liegt die Zahnpulpa (Zahnkeim), ein weicher, aus
Bindegewebe zusammengesetzter
Körper, zu welchem aus dem
Kiefer her durch den Wurzelkanal
Gefäße und
Nerven
[* 7] eindringen. Jeder
Zahn ist
aus drei
Substanzen gebildet:
1) Der Schmelz (Email, [* 1] Fig. C), d. h. die äußere, sehr harte und feste Rinde der Krone, ist auf den Kauflächen am dicksten und hört am Hals mit scharf gezeichnetem Rand plötzlich auf. Er besteht aus prismatischen, etwas geschlängelten, äußerst feinen und soliden Fasern, die ohne Zwischensubstanz nebeneinander liegen, und verdankt seine große Härte denselben Kalksalzen, welche auch die Knochensubstanz bilden; nur ist das Verhältnis derselben zu der organischen Substanz hier ein ganz andres. Die besten englischen Feilen werden auf dem Schmelz bald stumpf.
2) Das Zahnbein (Dentin,
[* 1]
Fig. D), welches den
Körper des
Zahns bildet, besteht aus sehr feinen Röhrchen,
welche in einer strukturlosen, sehr harten Grundmasse von der chemischen
Zusammensetzung der Knochensubstanz verlaufen. Sie
beginnen mit offenen Mündungen in der
Zahnhöhle und im Wurzelkanal, sind sanft wellenförmig gebogen und gegen die Oberfläche
zu vielfach gabelförmig geteilt. In den
Schmelz gehen sie nicht über, wohl aber bisweilen in die
Rinde
der
Zahnwurzel. In diese
Kanäle sendet die
Pulpa
Ausläufer der ihre Oberfläche bedeckenden
Zellen; auch will man darin Nervengebilde
erkannt haben, womit die
Empfindlichkeit des Zahnbeins übereinstimmt. Löst man mit verdünnter
Salzsäure die mineralischen
Bestandteile des Zahnbeins auf, so bleibt die organische
Substanz als Zahnknorpel zurück. Die Oberfläche der
Wurzeln der bleibenden
Zähne
umgibt
* 8 Skelett.
3) die Wurzelrinde
(Zement), die an den
Milchzähnen fehlt und aus Knochensubstanz besteht. An der Wurzelspitze ist sie am
massigsten; nach dem Zahnhals zu verjüngt sie sich zu einer äußerst dünnen
Schicht, die auch noch
den
Schmelz bedeckt.
Beim
Menschen (s. Tafel
»Skelett
[* 8] des
Menschen II«) beträgt die
Zahl der bleibenden Zähne
32. Man teilt sie in
Schneide-,
Eck-,
Backen- und Mahlzähne.
Die 8 Schneidezähne
(Mittelzähne) haben meißelartig zugeschärfte
Kronen,
[* 9] eine konvexe
Vorder- und eine konkave Hinterfläche. Die 4 Eckzähne, auf jeder Seite einer, haben konisch zugespitzte
Kronen; die starken, einfachen, zapfenförmigen
Wurzeln zeichnen sich besonders an den Eckzähnen des Oberkiefers (Augenzähnen)
durch ihre
Länge aus. Die 8 vordern Backenzähne, 2 auf jeder Seite, haben etwas niedrigere
Kronen als die Eckzähne und entweder
zwei
Wurzeln (gewöhnlich im Oberkiefer) oder nur eine einfache, seitlich platt gedrückte. Die 12
[* 1] ^[Abb.: Schliff durch ein Stück Zahnwurzel. C Zement, D Röhrchen des Dentins.] ¶
hintern Backenzähne (Mahlzähne), 3 auf jeder Seite, haben im Oberkiefer gewöhnlich drei divergierende, im Unterkiefer nur zwei Wurzeln; die Kronen der obern Mahlzähne besitzen vier, die der untern fünf Höcker. Der letzte Mahlzahn beider Kiefer heißt seines späten, erst im 16.–25. Lebensjahr erfolgenden Durchbruchs wegen Weisheitszahn. Bei Negern kommen bisweilen, wie auch nicht selten beim Orang-Utan, acht Mahlzähne in beiden Kiefern vor. Auch sonst treten bisweilen überzählige Zähne an der äußern oder innern Seite der Zahnreihe auf. Die Bildung der Zähne beginnt schon gegen Ende des zweiten Monats des embryonalen Lebens und zwar im Innern der Kiefer in besondern Säckchen, den Zahnbälgen oder Zahnsäckchen (folliculi dentium); aber erst im sechsten oder siebenten Monat nach der Geburt brechen die innern Schneidezähne des Unterkiefers durch, welchen bald jene des Oberkiefers (richtiger: des Zwischenkiefers, s. Schädel, S. 374) folgen.
Nach 4–6 Wochen erscheinen die äußern Schneidezähne des Unter- und Oberkiefers, im 12.–16. Lebensmonat die ersten Backenzähne; dann folgen die Eckzähne und im 20.–30. Monat die zweiten Backenzähne. Sämtliche Zähne erscheinen früher im Unter- als im Oberkiefer. Dieses ganze sogen. Milchgebiß besteht also aus 20 Zähnen und macht erst im 7. oder 8. Lebensjahr den bleibenden Zähnen Platz. Ist es völlig ersetzt, so folgen auf jeder Seite noch die Backenzähne nach; doch erscheinen die ersten bleibenden großen Backenzähne schon vor Beginn des Zahnwechsels. Beim Menschen ist die Form der Milchzähne nur wenig von derjenigen der bleibenden Zähne verschieden, dagegen zeigt sich bei manchen Säugetieren eine große Differenz und zwar in der Art, daß die Milchzähne einer noch lebenden Art den bleibenden einer ausgestorbenen, die Milchzähne der letztern den bleibenden einer noch ältern Art gleichen und so für die Erforschung des Stammbaums der Säugetiere wichtige Anhaltspunkte liefern. – Der vollkommen ausgebildete Zahn wächst zwar nicht mehr, lebt aber und unterliegt, wie alle übrigen Gebilde des Körpers, einem Stoffwechsel.
Von der Zahnhöhle aus dringen die Nahrungssäfte in die Kanälchen des Zahnbeins ein. Im vorgerückten Alter fallen in der Regel die Zähne aus; die alsdann wohl neu zum Vorschein kommenden sind entweder wirkliche Neubildungen oder im Kiefer stecken gebliebene Zähne, deren Durchbruch durch ihre Nachbarn verhindert worden war und nun erst nach dem Ausfall derselben erfolgt. Als Abnormitäten treten auf: Versetzungen der Zähne (die Eckzähne in der Mitte der Kiefer; Zähne am Gaumen, in der Nasenhöhle, am vordern oder hintern Zahnfleisch), Verwachsung (an den Schneidezähnen im Oberkiefer), Mißbildungen.
Über die Zähne der Wirbeltiere in Bezug auf die Form, welche hier vielfach für die Systematik benutzt wird, s. die einzelnen Gruppen sowie auch den Artikel Gebiß.
Vgl. Owen, Odontography (Lond. 1840–45, 2 Bde.);
Giebel, Odontographie (Leipz. 1854);
Waldeyer, Entwickelung der Zähne (Danz. 1864);
Kollmann, Entwickelung der Milch- und Ersatzzähne (Leipz. 1869);
Tomes, Anatomie der Zähne des Menschen und der Wirbeltiere (deutsch von Holländer, Berl. 1877);
Baume, Odontologische Forschungen (Leipz. 1881).
S. auch Zahnkrankheiten und Zahnpflege.
* 11 Rind.
Bei den Haustieren sind die Zähne zur erfolgreichen Ernährung und auch zur Begutachtung des Lebensalters, besonders bei den Pferden, wichtige Organe. Zur Alterserkennung (s. d.) dienen ausschließlich die Schneidezähne und vorwaltend diejenigen des Unterkiefers. Bei den Pferden entsteht das Milchgebiß im ersten Lebensjahr, bei dem Rind [* 11] ist es schon vor der Geburt ausgebildet; bei Schafen und Ziegen erfolgt der Durchbruch in den ersten drei Wochen nach der Geburt.
Das Backenzahngebiß ist bei ältern Pferden oft fehlerhaft; am meisten wird das Kaugeschäft beeinträchtigt, und die Ernährung ist mangelhaft durch das kantige Gebiß (Schieferzähne), demnächst durch das wellenförmige, das Treppen- und das Scherengebiß. Auf operativem Weg lassen sich aber diese Fehler erheblich mildern. Nicht selten erkrankt bei Pferden ein Backenzahn durch Entzündung der Knochenhaut an der Wurzel (Periostitis alveolaris). Der Zustand erfordert stets die Extraktion des kranken Zahns, die zwar schwierig, aber bei der Anwendung guter Instrumente in der Regel ausführbar ist.
Ende Zähne (1)
(2) Meyers Konversations-Lexikon, 1888 _ 18
* 12 Entwickelungsgeschichte.
[* 1] Vergleichende Studien der Entwickelungsgeschichte [* 12] haben ergeben, daß die Zähne der Wirbeltiere den Fischschuppen analoge Hautgebilde sind, die aus einer Verkalkung von Hautpapillen entstehen und daher bei manchen Fischen einen großen Teil der Mundhaut, Gaumen und Kiefer in dichter, mehrreihiger Pflasterung überziehen, während sie bei höhern Wirbeltieren auf eine einfache, die Kieferränder umsäumende Reihe von Kauwerkzeugen beschränkt sind. Man glaubte bisher, daß die ältesten verkalkten Wirbeltierzähne bei den kiefermündigen Fischen (Gnathostomi) auftreten, und daß die tiefer stehenden Rundmäuler, zu denen die Neunaugen gehören, nur unverkalkte Hornzähne besäßen.
* 13 Fische.
Aber Beard zeigte 1888, daß zwei schmarotzende Rundmäulergattungen (Bdellostoma und Myxine) in der hornigen Hülle ihrer Zähne einen längsgestreiften kalkigen Kern besitzen, der in eine Krone von Dentin oder Email ausgeht. In den Klassen der niedern Wirbeltiere behalten die Zähne dann meist einfache kegelförmige, einwurzelige Formen, deren Fläche höchstens am Rande einige Einkerbungen und Furchen aufweist, und solche einfache, immer nachwachsende, meist sehr zahlreiche Kegelzähne bewaffnen den Rachen der Fische, [* 13] Amphibien, Reptilien sowie der ältesten Vögel [* 14] (Zahnvögel) und Säugetiere in langen Reihen, ohne daß eine andere Differenzierung einzutreten pflegt, als daß sich bei einigen Reptilien einzelne Zähne stärker als die andern zu Hauern, Reißzähnen u. dgl. ausbilden. Im allgemeinen aber findet die Ausbildung einer weitern Arbeitsteilung und Verunähnlichung der Zähne erst bei den Säugetieren statt, wo die Zähne sich in einfache, einwurzelige Vorderzähne und mehrwurzelige Backenzähne mit zusammengesetzter Kronenbildung sondern, die je nach der Ernährungsweise eine besondere Form erhalten, ein begrenztes Wachstum zeigen und in zwei Schüben (Milchzähne und bleibende Zähne) auftreten. Im allgemeinen hat mit dieser Verbesserung des Gebisses eine Verminderung der Zahl der Zähne stattgefunden, sei es, weil sich die Entwickelung der Zahnkeime jetzt in mehreren Schüben vollzieht, oder weil die stärker gewordenen Backenzähne Raum und Nährstoff mehrerer ältere Zahnkeime beanspruchen; die eocänen Säuger besaßen der großen Mehrzahl nach ein viel zahnreicheres Gebiß als die spätern.
Bei diesem Sachbefund war es nun lange als eine rechte Schwierigkeit empfunden worden, daß diejenigen heute lebenden Säugetiere, die man nach ihrem gesamten Bau, Fortpflanzungsweise, niederer Blutwärme etc. als Vertreter der niedersten und ältesten Formen auffassen mußte, die Schnabeltiere, statt des nach der eben erörterten Verminderungsregel vorauszusetzenden zahnreichen Gebisses gar keine echten Zähne in ihrem Schnabel besaßen, sondern statt dessen einige Hornzähne.
* 15 Licht.
Obwohl man nun allgemein auf das Verschwundensein eines ehemals vorhandenen Gebisses wie bei den Walen schloß, so erregte es doch großes Interesse, als Poulton 1888 im Rachen eines jungen Schnabeltiers einige wohl ausgebildete, dentinhaltige, mit mehreren Spitzen versehene Zähne fand, die das Zahnfleisch noch nicht durchbrochen hatten. Poulton glaubte, daß sie es überhaupt nicht durchbrachen, und daß hier ein ähnlicher Fall vorlage wie bei gewissen Walen, wo die Zähne nur beim Embryo erscheinen und nachher, ohne ans Licht [* 15] getreten zu sein, wieder resorbiert werden.
Aber Thomas, der 1889 etwas ältere Schnabeltiere untersuchte, fand, daß diese Zähne während längerer Zeit benutzt werden, nachdem sie wie gewöhnlich das Zahnfleisch durchbrochen haben, daß sie dann aber durch Reibung [* 16] mit Nahrung und Sand, ähnlich wie die Milchzähne andrer Tiere, herausgebrochen und nicht mehr ersetzt werden. An ihrer Stelle entwickeln sich sodann aus dem Mundepithel Hornzähne (Cornula) und zwar so, daß in den Platten die Alveolen sichtbar bleiben. Derselbe Beobachter fand bei ganz jungen Erdferkeln (Orycteropus afer) ein Milchgebiß, welches nicht in Funktion tritt, sondern von dem definitiven Gebiß alsbald abgelöst wird.
Über die Art und Weise, wie aus dem einfachen Kegelzahn der niedern Säuger (Edentaten, Walen etc.) sowie der niedern Wirbeltiere überhaupt der vollkommenere, einer Zerkleinerung härterer Nahrung gewachsene Höckerzahn entstanden ist, haben Cope und neuerdings Osborn vergleichende Untersuchungen angestellt. Da die Schneidezähne dem alten Typus der Einwurzeligkeit getreu bleiben und die Veränderung der Krone nur in der Verbreitung des Kegels zu einer Schneide besteht, so handelt es sich hierbei hauptsächlich um die Fortbildung der Backenzähne, unter denen der dreihöckerige Typus vorherrscht. Osborn unterscheidet hierbei vier ebenso vielen Stufen entsprechende Typen (s. Figur):
1) den Haplodontentypus mit einfacher Wurzel und beiderseits kegelförmiger Ausgestaltung. In idealer Reinheit sind solche Zähne bei keinem Säugetier bekannt, da sie nur bei den allerältesten
[* 17] ^[Abb.: Haplodonten-, Protodonten-, Triconodonten-, Trituberkular-Typus.] ¶
vorauszusetzen wären. Indessen geben manche Wal- und Edentatenzähne wenig veränderte Nachbilder.
2) Den Protodontentypus, bei welchem die zusammengedrückten kegelförmigen Zähne spitze Seitenauswüchse zeigen, wie ein schmales, tiefgesägtes Pflanzenblatt mit 3–4 Seitenzähnen. Solche Zähne befinden sich beim Dromatherium, einem der ältesten bekannten Säuger aus den amerikanischen Triasschichten. Eine Furche der Wurzel deutet die Anfänge einer Teilung derselben an. 3) Triconodontentypus, zwei der im vorigen Typus unregelmäßigen Seitenzacken haben sich zu Kegeln entwickelt, die mehr und mehr dem ursprünglich einzigen Konus, der nun zum Mittelkegel wird, in Größe gleichkommen. Die Zahnkrone besteht demnach aus drei nahezu in einer Ebene liegenden Kegeln, von denen der mittlere die seitlichen wenig oder gar nicht überragt. Aus der gefurchten Wurzel der vorigen Gruppe ist eine geteilte geworden. Die typische Form findet sich bei der Gattung Triconodon aus den englischen Purbeckschichten (Übergang von der Jura- zur Kreideformation). [* 19]
4) Den Trituberkulartypus; die mittlere Zahnspitze ist aus der Ebene der seitlichen herausgewichen, die Zahnkrone dadurch dreieckig geworden mit den in ihre drei Ecken gedrängten Zahnhöckern. Man kann sich diese schon bei Spalacotherium (Jura) auftretende Hauptform, die nun allen weitern wesentlichen Verbesserungen zu Grunde liegt, aus der Notwendigkeit entstanden denken, daß die Spitzen der obern und untern Backenzähne ineinander greifen müssen, um eine vollkommene Wirkung zu erzielen.
Damit aber die Höcker des einen in die Vertiefung des andern eingreifen können, war eine Verdrängung des mittlern Höckers aus dem Zentrum nötig. Nicht in diese Hauptreihe gehört der seltenere Vielhöckertypus (Multituberkulartypus), der schon bei Plagiaulax (Purbeckschichten) auftritt. Bei den fortschreitenden Formen wird die Grundgestalt mehr und mehr in Zahnschmelz versenkt, der die Vertiefungen ausfüllt und der Krone ihre Widerstandsfähigkeit verleiht, besonders stark bei den Raubtieren, die dadurch befähigt werden, harte Knochen zu zerbeißen.
Ende Zähne (2)
Ergänzungen aus Duden, Volltext Suche, Kontext und Quellen.
Meyers Konversations-Lexikon, 1888; Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892; 16. Band: Uralsk - Zz, Seite 817; .
http://www.peter-hug.ch/lexikon/zaehne
x.
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